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Politik zwischen Musikgehör, Geldnöten und Planerträumen

Soll die Pfrundschüür beim Schloss Köniz zu einem «Haus der Musik» umgebaut werden? Oder in ein Hotel?

In Zeiten der leeren Kassen läuft ein solches Ansinnen Gefahr, unter dem Titel «Wunschbedarf» sofort in der untersten Schublade zu verschwinden. Fraglich darum, ob die im letzten November von 27 Parlamentsangehörigen unterzeichnete Motion der Ratslinken für «ein ‹Haus der Musik› für die Gemeinde Köniz» heute Abend im Rat noch viele Freunde finden wird. Denn wird sie überwiesen, kostet es die Gemeinde eine Stange Geld — nach Schätzungen der Exekutive bis zu 10 Millionen Franken: «Der Gemeinderat wird beauftragt, die geeigneten Massnahmen zu ergreifen, damit die Pfrundschüür zu einem ‹Haus der Musik› umgebaut werden kann und für verschiedene Nutzerinnen als Arbeits- und Veranstaltungsort zur Verfügung steht», lautet der Vorstoss. Und: «Das ‹Haus der Musik› soll in der Verantwortung der Gemeinde bleiben, welche sich auch finanziell in angemessenem Rahmen engagiert.»

Die Musikschule Köniz habe Mühe, geeignete Unterrichtsräume zu finden, begründen die Motionäre ihre Eingabe. Die Entwicklung in den Schulen, etwa mit der Einführung der Tagesschulen, habe zur Folge, «dass Jahr für Jahr weniger Räume für die Musikschule zu Verfügung stehen». Zudem habe die Nutzung von Schulräumen für Schlagzeug- und Blasinstrumentalunterricht immer wieder zu Konflikten geführt.

Weiter benötigten neue Unterrichtsformen, so etwa der Gruppenunterricht, das Chorsingen, Eltern-Kind-Singen, die Ensembles und Bands grössere Räume. «Daneben brauchen verschiedene Musikvereine der Gemeinde Köniz, aber auch die Jugendmusik Köniz, die Brassband Mittelhäusern, Gospelchöre und andere auch Übungsräume. Praktisch nicht vorhanden sind Probelokale für Jugendbands.» Hier bestehe ein grosser Bedarf, steht in der Motion.

Die grosse Pfrundschüür würde sich gut für die verschiedenen Nutzungen eignen und hätte sowohl tagsüber wie Abend eine sehr gute Auslastung. «Dies wiederum trägt zur Belebung des Schlossareals bei, wovon auch Gastronomie und Kultur profitieren.» Und: «Mit dem Haus der Musik leistet die Gemeinde einen grossen Beitrag zugunsten der Jugend- und Präventionsarbeit sowie zur Kulturförderung.» «Der Gemeinderat unterstützt das Ziel der Motion grundsätzlich», steht in der Motionsantwort. «Der Gemeinderat ist bereit, das Anliegen der Motionäre im Zusammenhang aller anstehenden Fragen vertieft zu prüfen und im Rahmen der Weiterentwicklung des Schloss-Nutzungskonzepts die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zur Sanierung und Nutzung der Pfrundschüür aufzuzeigen.» Allerdings beantragt die Exekutive dem Parlament, den Vorstoss als Postulat zu überweisen.

Oder doch das Gästehaus?

Denn: Noch ist die künftige Bestimmung der Scheune unklar. Immerhin denkt man in Köniz nach wie vor laut über die Möglichkeit eines sogenannten Gästehauses auf dem Schlossareal nach. Eigentlich war dieses Hotel zwischen dem alten und dem neuen Friedhof geplant. In der Mitwirkung wurde dieser Standort dann allerdings «sehr kontrovers beurteilt», wie die Exekutive schreibt. Die Pfrundschüür hingegen sei später bei einer «generellen Machbarkeitsbeurteilung» als «valable und vertieft zu prüfende Option für ein Gästehaus» beurteilt worden. «In Kenntnis der Zwischenergebnisse ist nicht auszuschliessen, für die Zonenplanvorlage zur Gästehausstandortfrage eine Dualstrategie zu wählen und sowohl den ursprünglichen Standort wie auch die Pfrundscheune vorzusehen», schreibt der Gemeinderat.

Und gibt gleich wieder Halbentwarnung: «Vorläufig sind das aber reine Spekulationen, und die weiteren Arbeiten werde zu dieser Frage Klarheit schaffen.»

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