Zum Hauptinhalt springen

Plakat warnt vor «bewaffneten und gewaltbereiten» Polizisten

Unbekannte veröffentlichen im Internet Fotos von (Zivil-)Polizisten. Was der Auslöser der illegalen Aktion ist, bleibt unklar.

Verletzt die Persönlichkeitsrechte: Das Plakat mit den Berner Polizisten. (Verpixelung: derbund.ch)
Verletzt die Persönlichkeitsrechte: Das Plakat mit den Berner Polizisten. (Verpixelung: derbund.ch)

Ein Poster im Stil eines Fahndungsaufrufs kursiert zurzeit auf Internetplattformen und an Plakatwänden. Darauf abgebildet sind aber nicht polizeilich gesuchte Personen, sondern Zivilfahnder und Polizisten der Kantonspolizei Bern. Ein Schriftzug betitelt die Beamten als «bewaffnet und gewaltbereit». Ob die betreffenden Beamten den (anonymen) Urhebern des Plakats negativ aufgefallen sind, oder bloss als Träger des Gewaltmonopols abgelehnt werden, ist unklar.

Klar ist hingegen, dass mit dem Plakat die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Polizisten verletzt werden. «Wir prüfen rechtliche Schritte», sagt dann auch Polizeisprecherin Corinne Müller auf Anfrage. Bereits 2011 machten entsprechende Bilder von Zivilfahndern die Runde. Damals sah die Kantonspolizei Bern von einer Anzeige ab. «Daraus kann aber keine grundsätzliche Haltung abgeleitet werden.» Weiter äussert sich die Polizeisprecherin nicht.

Der bernische Polizeiverband verurteile dieses Plakat, sagt Verbandspräsident Adrian Wüthrich (SP). «Wer ein Problem mit einzelnen Polizisten hat, kann den Rechtsweg beschreiten.» Parallelen zu polizeilichen Fahndungsfotos, wie sie etwa im Nachgang zum Tanz Dich frei publiziert wurden, weist er zurück. «Öffentliche Fahndungen brauchen die Einwilligung des zuständigen Staatsanwaltes und geschehen nur, wenn ein klarer Verdacht besteht.» Im vorliegenden Fall sei etwa nicht nachvollziehbar, was den Polizisten zur Last gelegt werde. «Es wird auf die Person geschossen, obwohl wahrscheinlich die Funktion gemeint ist.»

Scheinbare Abnahme von Gewalt

Generell haben in den letzten Jahren Gewalt und Drohungen gegen Beamte eher abgenommen. So ist in der kantonalen Kriminalitätsstatistik 2013 von 586 Fällen die Rede, in der entsprechenden Statistik vom 2012 wurden 740 Fälle festgehalten. Wie aus Polizeikreisen zu erfahren ist, muss mit solchen Zahlen aber vorsichtig umgegangen werden. Diese würden meist mehr über die Sensibilität aussagen, denn über die tatsächlichen Vorkommnisse. Zudem sei das Gewalt-Niveau immer noch viel höher, als es vor 15 Jahren war.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch