Piratenpartei bietet Stadt Bern gratis WLAN

Die Piratenpartei will in der Stadt Bern kostenloses Internet anbieten, da die Stadt seit 10 Jahren darüber debattiere, ohne aktiv zu werden.

Da die Stadt kein gratis WLAN anbietet, verspricht die Piratenpartei einzuspringen.<p class='credit'>(Bild: Adrian Moser (Symbolbild))</p>

Da die Stadt kein gratis WLAN anbietet, verspricht die Piratenpartei einzuspringen.

(Bild: Adrian Moser (Symbolbild))

Die Berner Piratenpartei will der Stadt Bern zu kostenlosem Internetzugang verhelfen. Dazu will sie für ein offenes und freies Kommunikationsnetz die ersten 20 WiFi-Hotspots spendieren. Die Partei, welche sich für mehr Informations- und Pressefreiheit einsetzt, machte dieses Angebot am Mittwoch der Stadt, wie aus einer Mitteilung der Partei hervorgeht.

Die nicht-kommerzielle Initiative «Freifunk»stelle seinen Nutzern einen zensurfreien und nicht überwachten Internetzugang zur Verfügung. Dieser sei anonym und funktioniere ohne Anmeldung.

Diskussion über WLAN seit zehn Jahren

Der Präsident der Berner Piraten Jorgo Ananiadis schreibt: «Es kann doch nicht sein, dass die gewählten Berner Politiker seit mehreren Jahren über Funktionalität, Geld und Bedürfnisse von Touristen debattieren und schliesslich im 2018 entscheiden, dass man lieber gar nichts macht.» Bern müsse für seine Gäste attraktiv bleiben. Ein kostenloses und freies WLAN zur Standortförderung könne mit heutiger Technologie günstig und unkompliziert eingerichtet werden.

Ananiadis sagt auf Anfrage des «Bund», er verstehe nicht, warum die Stadt Bern diese einfache Idee nicht selbst gehabt habe. Sein Bauchgefühl sage ihm, dass die Stadt kein Interesse habe. Trotzdem solle das «ernst gemeinte Angebot» stehen . Falls die Stadt nicht darauf eingehe, überlege er sich, Tourismusverbände oder Restaurants direkt anzugehen. Für die Koordination sei jedoch die Stadt der beste Ansprechpartner, da man «so nicht mit 500 Geschäften verhandeln muss», so der Präsident der Piraten. Er rechne mit Kosten von unter 1000 Franken für die Installation der Hotspots. Diese wolle er «vielleicht persönlich übernehmen oder durch Sponsoring finanzieren lassen». Die Piraten mit einem Jahresbudget von 1000 Franken seien dazu nicht in der Lage.

Der Gemeinderat hat laut Stadtschreiber Jürg Wichtermann das Angebot der Piratenpartei noch nicht zur Kenntnis genommen. Wenn das Angebot bei der verantwortlichen Stelle ankomme, werde «sorgfältig geprüft, ob es umsetzbar ist».

Eigentlich hatte Berns Stadtregierung bereits 2008 ein flächendeckendes WLAN in Aussicht gestellt. 2012 war ein erneuter Vorstoss im Stadtparlament gescheitert. 2015 hatte die Stadtregierung die WLAN-Offensive aus Kostengründen abgeblasen, da der Nutzen im Vergleich zu den Kosten zu gering sei. Auch die nicht gewinnorientierte Trägerschaft, welche sich an Touristen, Jugendliche und Wenigverdienende richtete, war letzte Woche mit 35 Nein zu 26 Ja bei 5 Enthaltungen abgelehnt worden. Einig waren sich für einmal SP und SVP: Beide Parteien lehnten den Vorstoss ab. Die SP sorgte sich vor allem um die Datensicherheit. Die SVP bezeichnete das Projekt als «absolut unnötig» und zu teuer.

gef

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