Petition für Erhalt des «Mubeeri» eingereicht

Das 1928 gebaute Hallenbad beim Hirschengraben soll saniert statt abgebrochen werden, 2468 Unterzeichnende verlangen das.

  • loading indicator

2468 Unterschriften sind gegen die Schliessung des Hallenbades «Mubeeri» beim Hirschengraben zusammengekommen. Gestern sind sie an Stadtschreiber Jürg Wichtermann übergeben worden. «Die vielen Unterschriften machen deutlich, dass sich die Leute gegen die Verdrängung wehren, die hier stattfinden soll», sagte SP-Stadträtin Gisela Vollmer vor dem Eingang des Hallenbades an der Maulbeerstrasse. Schliesslich verzeichne das gut erschlossene Bad jährlich gegen 130'000 Besucher.

«Keine soziale Nutzung mehr»

Im vergangenen September hatte das Petitionskomitee, eine Gruppe von Architekten, Künstlern und Heimatschützern, die Unterschriftensammlung für die Erhaltung des Hallenbades lanciert. Die Stadt will das marode Bad schliessen und stattdessen eine Schwimmhalle mit einem 50-Meter-Becken auf dem Gaswerk-Areal bauen. Im «Mubeeri»-Gebäude könnten dereinst Luxuswohnungen entstehen. «Das hat mit einer sozialen Nutzung nichts mehr zu tun», sagte Vollmer gestern dazu. Für Marc Wehrlin vom Berner Heimatschutz kann das «Mubeeri» gar nicht abgebrochen werden. «Das 1928 gebaute ‹Mubeeri› ist nämlich als schützenswertes Gebäude im Bauinventar der Stadt Bern aufgezeichnet», sagte er. Das Bad wirke jetzt zwar ältlich, habe aber grosse Qualitäten, die man heute nicht sehe, weil der Unterhalt vernachlässigt worden sei. Als Beispiel, wie ein geschütztes Hallenbad attraktiv saniert werden kann, nannte Wehrlin das City-Hallenbad in Zürich.

Kostenschätzung seriös?

Unklar bleibe insbesondere, wie die Kostenschätzung einer Sanierung zustande gekommen sei, monierte Verena Berger, Co-Präsidentin der Ortsgruppe Bern des Schweizer Werkbundes. Der Gemeinderat war ursprünglich von Sanierungskosten in der Höhe von 36 Millionen Franken ausgegangen, rückte im vergangenen Dezember aber von dieser Schätzung ab und bezifferte sie auf 32 Millionen Franken. Nun seien die Stadtbauten Bern (Stabe) daran, die Kosten neu zu erfassen, sagte Berger. Dies sei nur mit einem Vorprojekt möglich. Das bestätigt auf Anfrage Nina Susedka, Kommunikationsleiterin der Stabe. «Die Stadtbauten Bern sind daran, für zwei unterschiedliche Sanierungsszenarien Vorprojekte zu erarbeiten.» Wann diese fertiggestellt werden und wie die Kosten für diese Projekte aussehen werden, könne noch nicht gesagt werden.

Den Vorwurf der Petitionäre, es sei bisher keine seriöse Studie zur Kostenschätzung durchgeführt worden, lässt Susedka nicht gelten. «Die Stadtbauten Bern sind nach wie vor überzeugt davon, dass es sich um eine solide Kostenschätzung handelt», sagt sie. Bei den erwähnten Sanierungskosten von 36 Millionen handle es sich um eine Grobkostenschätzung aus dem Jahr 2007. Diese Zahl sei bislang nicht widerlegt worden.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt