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Perspektiven: Nacktwandern in der Volksrepublik Schweiz

Neben der Gelegenheit, Unmengen von krachendem und stinkendem Feuerwerk in den Himmel zu jagen und auf allen Hügeln Feuer anzuzünden, gibt der 1. August traditionell Anlass zu helvetischer Selbstbespiegelung.

Eine Zusammenfassung der 1.-August-Reden landauf, landab wird sich am Montag, 2. August, auch in dieser Zeitung finden, wobei inhaltlich kaum mit Überraschungen zu rechnen ist.

Früher flossen bei Gelegenheit des Nationalfeiertags viel Rütli, Reduit und Rechtschaffenheit über die Rednerpulte; heute sind bei rot-grün-progressiven Festrednerinnen und -rednern Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit und multikulturelle Toleranz angesagt, während sich rechte Nationalisten an Freiheit, Unabhängigkeit und Sicherheit klammern – Freiheit und Unabhängigkeit natürlich nicht im Sinn von «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit», sondern negativ definiert als Abschottung, Abwehr und Isolation, und Sicherheit nicht im Sinn von sozialer Stabilität, sondern als Schutz vor kriminellen Ausländern und jenen bösen Feinden, die jenseits der Grenzen nur darauf warten, unser Vaterland einzusacken.

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