Zum Hauptinhalt springen

Party im Waud

Mundart-Kolumnistin Renata Burckhardt hat Frösche im Wald beobachtet und erstaunliches über sie gelernt.

We me luegt, was uf dr Wäut aues passiert, ischs vilecht e Bitz wäutfrömd, hie itz vom Waud z schwärme. Aber ds Wäutfrömde isch uf en Art ja em Schwyzer sys Problem. Aues rundume geit verschütt, nume dr Schwyzer blybt verschont, het e Fründ chürzlech gseit. Item.

Dr Waud isch geng wunderschön. Egau, zu welere Jahreszyt u bi welem Wätter. O we Schnee ligt, wes näblet, we d Böim kahl sy, wes öppe i Schtröme rägnet; klar, vilecht muess me denn e Hang zum Melancholische ha, dr Waud im Früehlig oder Summer isch fantastischer. Aber on itze, won är lyslig erwachet: umwärfend. No nid grüen, aber vou vo Vögu u irne Rüef, Chräschle u Raschle im Loub, Eichhörnli i de Böim. Und im Momänt o vou vo Grasfrösch, wo im Tümpel Party mache. Aber so richtig. Me seit ne drum o Explosivlaicher.

Zerscht hani nume gmerkt, dass i däm Tümpel e wahnsinnigi Ufregig passiert, so unruehig isch ds Wasser gsi. Won i aber necher häre bi: sofort totau Stiustand. Und i han usser Loub, Schtäckli, Morascht nüt gseh – drfür am Ufer e riesige Laichteppich. Mit dr Zyt erscht han i einzelni Frösch entdeckt, perfekt tarnet, sie hei ohni Regig mit em haube Gring usem Wasser gwartet. I bi bym Tümpel häreghocket u han o gwartet, on ohni Regig. U de isch lang, lang nüt passiert. U mir hei d Chnöche afah weh tue.

De aber sy ungereinisch da u dert meh glitschigi Gringli mit zwöi Ouge usem Wasser use glubschet. U hei glotzet. U so hei mir üs aui sicher e Viertustund gägesytig is Visier gno, so wyt me Duzendi Frösch glychzytig is Visier cha näh. U da äntlech hei d Frösch offesichtlech gfunde, d Luft sig rein. Vilecht hei sie sech on eifach a dä komisch Fläck am Ufer gwahnet gha, auso a mi.

U de aber ischs losgange. S het im Tümpel afah gurgle, knätterle, knurre, glubsche, gurre. Meh u meh Frösch sy us em Wasser uftoucht, 50 Frösch, 60 Frösch, 100, 200, oder no meh?

I ha dr Überblick subito verlore. Sie sy ufenang ufegumpet, sy i Schichten überenang gläge, hei sech churz verjagt, sy ume regigslos sitze blybe, mängi sy z zwöit inenang verkeilt ghocket, angeri hei sech umen agumpet u sy schnäu wider usenang. U mängi sy is Loub use, diräkt a mir verby, ke Ahnig werum. Un i ha gmerkt, dass i zwar scho Frösch on the road ha gseh, o plattdrückti Frösch, einzelni im füechte Gras, aber nie sone Huuffe bym Laiche.

Speter han i gläse, dass nume d Männli so regigslos im Wasser tüe warte. Uf d Fröschinne natürlech. Wöu disi chöme offesichtlech verspätet zum Tümpel (sie auso o!). Wöu aber vor auem viu weniger Fröschinne chöme, gits unger de Männli es Gerangel. U drum gumpe mängi Männli scho mau ussen is Loub, de Fröschinne entgäge. Disi lege den en Ei-Chlumpen ab, mit bis zu 2500 Eier. Trotzdäm aber syg e Drittu vo aune Froscharte bedroht.

Ja. U so bin i nach mym Waudspaziergang meh u meh is Froschthema abgrütscht. U ha de beschlosse, dass das ds Gägeteu vo wäutfrömd syg. Mir stamme ja immerhin vo de Frösch ab. U was d Frösch itz disi Tag betrybe, geng, überau und überhoupt, isch ja dr fortpflanzerisch Säubschtlöifer par excellence. U macht d Wäut vilecht us. Egau, was uf ere passiert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch