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Ort der Finsternis

Im ersten Teil der neuen «Bund»-Kolumne «Der Poller» geht es um die schmerzhafte Erfahrung eines Vaters, dessen Töchter plötzlich zu städtisch werden.

Dass die Stadt den Charakter verdirbt, weiss ich seit meinem fünften Lebensjahr. Damals, es war Ende der Sechziger, fuhr ich an einem Samstagmorgen an der Hand meines Vaters zum ersten Mal mit dem blauen Bähnli nach Bern. Am Helvetiaplatz stiegen wir aus, gingen via Kirchenfeldbrücke Richtung Innenstadt, und ich, das wohlerzogene Landkind, tat das, was bei uns im Dorf jeder tat (und was man bei uns im Emmental auch heute noch tut – sonst ist einer ein Lumpenhund): Ich grüsste die Leute, die mir entgegenkamen. Das waren ziemlich viele, und nach dem dritten oder vierten «Grüessech» – erwidert worden war kein einziges – sagte mein Vater: «Du musst die Leute nicht grüssen, Bub, das macht man nicht in der Stadt.»

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