«Ohne Risiko kann man kein solches Projekt starten»

Nun wird es konkret: Das Kino Kunstmuseum hat den Mietvertrag fürs Ciné Rex unterzeichnet. Umgebaut wird ab März, eröffnet voraussichtlich im Oktober 2015.

Das Kino Kunstmuseum zieht ins Ciné Rex um.

Das Kino Kunstmuseum zieht ins Ciné Rex um.

Regula Fuchs

«Jetzt beginnt die Realisierungsphase», sagt Thomas Allenbach, Leiter des Berner Kinos Kunstmuseum. Will heissen: In diesen Tagen werden die Umzugspläne des Kinos konkreter, das bekanntlich sein Domizil an der Hodlerstrasse verlassen muss, weil das Kunstmuseum den Saal für die geplante Abteilung Gegenwart braucht. Vergangenen Herbst hatte der Vorstand des Vereins Cinéville, der das Kino betreibt, angekündigt, dass man ins Ciné Rex an der Schwanengasse ziehen wolle.

Den Absichtserklärungen folgen nun Taten. So wurde gestern das Baugesuch für den geplanten Umbau eingereicht. Auch sei kürzlich der Mietvertrag über zehn Jahre unterzeichnet worden, sagt Peter Erismann vom Cinéville-Vorstand, der die Projektleitung innehat. Die bisherige Mieterin, die Kinokette Kitag, hat ihren Vertrag gekündigt.

«Komplexe Fachplanung»

Geplant ist, mit dem Umbau im März zu beginnen. Das Kino erhält einen zweiten Kinosaal, ein vergrössertes Foyer mit Bar sowie eine neue Heizung und Lüftung; geplant wird das Projekt vom ­Atelier G+S in Burgdorf. Bereit für den Betrieb wäre man in diesem Fall im Oktober 2015. Bei der Medieninformation vergangenen Herbst war noch von einer Eröffnung im Winter 2014/15 die Rede. «Der Grund für die leichte Verzögerung war die komplexe Fachplanung», erklärt Allenbach. Ausserdem habe man Finanzierungsentscheide von Geldgebern abwarten müssen.

Von den Umbaukosten, die insgesamt 1,8 Millionen Franken betragen, sind mittlerweile 90 Prozent beisammen. Rund ein Drittel davon steuern Stadt und Kanton Bern sowie der Lotteriefonds bei, mit 400'000 Franken beteiligt sich auch die Eigentümerschaft an der Sanierung, weitere Mittel kommen von Stiftungen, Mäzenen und Gönnern. Derzeit fehlen noch knapp 200'000 Franken.

Erhöhung der Subvention

Vergangenen Winter hat das Kino Kunstmuseum zudem eine Aktion mit Sitzspenden lanciert, bei der Private für 2500 Franken und Firmen für 5000 Franken einen Kinostuhl kaufen können. Der Stuhl werde allerdings nicht mit dem Namen des Gönners angeschrieben, so Allenbach, wer ein Ticket für diesen Platz löse, sehe den entsprechenden Namen auf seinem Billett aufgedruckt. Dabei sind bis jetzt 86 000 Franken zusammengekommen. Jetzt, da die Realisierung konkret wird, hofft ­Peter Erismannn, noch mehr Sitzspender zu finden. Schlaflose Nächte habe er wegen der Finanzierungslücke nicht, sagt Erismann: «Ganz ohne Risiko kann man kein solches Projekt starten.»

Und auch kein Kino betreiben. Denn die Betriebskosten, die mit 1,2 Millionen Franken jährlich veranschlagt sind – mehr als doppelt so hoch wie bisher – , müssen erst einmal erwirtschaftet werden. Ausschliesslich aus eigener Kraft wird das nicht gehen, auch wenn der ­Businessplan eine grössere Anzahl Vorstellungen vorsieht.

Darum hat das Kino Kunstmuseum bei der Stadt Bern einen Antrag auf eine Erhöhung der Betriebssubvention um 50'000 Franken gestellt – im Rahmen der Neuverhandlung des Leistungsvertrags für die Jahre 2016 bis 2019. Bis anhin hat die Stadt das Kino mit 170'000 Franken jährlich unterstützt, dazu kommen die 20'000 Franken, die der Kanton pro Jahr beisteuerte und die mit der Umsetzung des neuen Kulturförderungsgesetzes ab 2016 von der Stadt übernommen werden. Wie die Stadt in ihrer gestern veröffentlichten Vierjahresplanung zur Kulturförderung schreibt, soll die Erhöhung um 50'000 Franken «gewährt werden».

Der Bund

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