«Ohne Not sollte man das nicht tun»

Im Machtpoker zwischen den Uni-Spitälern könnte die Insel zwischen Stuhl und Bank fallen, sagt Gesundheitsexperte Heinz Locher. Daher sollte der Präsident frei sein von operativen Aufgaben.

Der Gesundheitsökonom Heinz Locher kritisiert die Insel-Gruppe.

Der Gesundheitsökonom Heinz Locher kritisiert die Insel-Gruppe.

(Bild: Manu Friederich)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Uwe Jochams Doppelfunktion als Präsident und Direktor sei sehr riskant, sagt Gesundheitsexperte Heinz Locher. «Ohne Not sollte man das nicht tun.» Dies nicht «nur» wegen der dadurch verletzten «checks and balances» zwischen kontrollierendem und kontrolliertem Gremium. Sondern auch wegen der möglichen Folgen für die strategische Führung des Insel-Konzerns. «Die strategische Führung könnte zu kurz kommen.»

Innerhalb der Insel-Gruppe gebe es ungelöste Probleme wie etwa das Verhältnis zwischen dem Uni-Spital, dem Tiefenauspital und den Landspitälern. Das allein sei bereits eine «Mega-Baustelle». Aber die grössten strategischen Aufgaben ergäben sich aus dem Wandel in der Uni-Spital-Landschaft. Insgesamt zeichne sich hier eine Zweierspitze Westschweiz/Zürich ab. «Das Inselspital könnte zwischen Stuhl und Bank fallen.» Die Insel-Gruppe brauche daher innovative Strategien. «Ich traue das Uwe Jocham zu. Aber er sollte den Rücken frei haben von operativen Aufgaben», sagt Locher.

Eine grosse Unbekannte sei auch die Rolle des Kantons. Das Bernervolk habe ein Recht darauf zu wissen, wohin die Reise mit der Insel-Gruppe gehe. Entweder habe der Kanton aber keine Vorstellungen davon oder er habe ein Kommunikationsproblem. «Dies hat auch Folgen für die Besetzung des CEO-Postens.» Gute Leute wollten wissen, wohin die Reise gehe, sagt Locher. (amo/bob)

Der Bund

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