Notunterkunft Riedbach: Für Teuscher ein «Affront»

Der Kanton eröffnet eine unterirdische Asylunterkunft im Riedbach. Die Stadtregierung kritisiert die Standortwahl scharf.

Gemeinderätin Franziska Teuscher will keine unterirdischen Asylunterkünfte mehr, sondern oberirdische Anlagen, wie hier das Zieglerspital. (Archiv)<p class='credit'>(Bild: Valérie Chételat)</p>

Gemeinderätin Franziska Teuscher will keine unterirdischen Asylunterkünfte mehr, sondern oberirdische Anlagen, wie hier das Zieglerspital. (Archiv)

(Bild: Valérie Chételat)

Anfang Jahr sprach sich der Stadtberner Gemeinderat für die Schliessung der umstrittenen Notunterkunft Hochfeld aus. Auch aus grundsätzlichen Überlegungen: Unterkünfte unter Tag seien nicht das, was man kriegstraumatisierten Flüchtlingen zumuten wolle. Jetzt wird die Notunterkunft Hochfeld geschlossen. Gleichzeitig wird auf Stadtboden eine neue Unterkunft unter Tag eröffnet. Wie passt das zusammen?

«Gar nicht», sagt Gemeinderätin und Sozialdirektorin Franziska Teuscher (GB) und kritisiert die vom Kanton getroffenen Standortwahl vehement: «Das ist nicht, was der Gemeinderat will.» Er sei «vor vollendete Tatsachen gestellt worden».

Teuscher spricht gar von einem «Affront». Der Gemeinderat hat dem kantonalen Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) brieflich mitgeteilt, man stelle sich die Lösungssuche im Asylbereich ganz anders vor. Teuscher: «Der Standort Bern-Riedbach ist nicht mit uns abgesprochen worden.» Die Stadt verfüge im Gebiet Riedbach selber über eine Zivilschutzanlage. Doch der Gemeinderat wolle weder neue Anlagen unter Tag noch eine zusätzliche Belastung des Gebiets Bern-Riedbach.

Weitere oberirdische Unterkünfte liessen sich in der Stadt bei Bedarf finden. Dies wiederholte Teuscher auch am Montag. Zudem seien die 100 Plätze, die im Hochfeld nun aufgehoben würden, bereits «mehr als kompensiert». Die Stadt habe dem Kanton in der alten Feuerwehrkaserne und im Renferhaus zu 350 oberirdschen Plätzen verholfen.

Dem Bund seien 150 Plätze im Zieglerspital zur Verfügung gestellt worden. Bis Ende Jahr kämen weitere 100 Plätze an der Reichenbachstrasse für unbegleitete minderjährige Asylsuchende hinzu. Der eigentliche Affront sei, dass der Kanton die Bereitschaft, bessere Lösungen zu finden, ignoriere. Sie sei dieses Mal nicht einmal angefragt worden.

Der Bund

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