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Neuer Wind aus der Privatwirtschaft

Die neuen Verantwortlichen der Inselgruppe scheuen keine schweren Entscheidungen. Dabei müssen sie auch in Zukunft umsichtig bleiben.

Uwe E. Jocham muss Fingerspitzengefühl beweisen, denn vermutlich wird die nun angekündigte Stellenreduktion nicht der einzige schmerzhafte Entscheid bleiben.
Uwe E. Jocham muss Fingerspitzengefühl beweisen, denn vermutlich wird die nun angekündigte Stellenreduktion nicht der einzige schmerzhafte Entscheid bleiben.
Adrian Moser

Der Wandel trifft alle Spitäler, aber die Insel trifft er besonders. Ökonomischer Druck und ein neuer Chef zwingen die Spitalgruppe zum Umdenken. Uwe E. Jocham kommt aus der Privatwirtschaft, er hat sein neues Unternehmen in den letzten Monaten unter die Lupe genommen, und er hat sich einiges vorgenommen.

Denn die 2016 vollzogene Fusion von Spital Netz Bern und Universitätsspital hat bisher zu wenig gebracht. Statt Synergien gab es in den letzten Monaten höhere Personalkosten. Die Patientenzahlen hingegen stiegen nicht im gleichen Verhältnis. Nun greift die neue Direktion ein und pocht auf eine wirtschaftlichere Betrachtungsweise. Sie organisiert die bisher kleinstrukturierte Gruppe in grösseren Einheiten, damit sich der Einkauf, die Prozesse und die Strukturen vereinheitlichen lassen. Das ist richtig in Zeiten, in denen die medizinische Entwicklung vermehrt nach Kooperationen und interdisziplinärer Zusammenarbeit verlangt. Auch das Universitätsspital Basel plant eine Fusion mit dem Kantonsspital Baselland und hat wohl ähnliche Schritte noch vor sich.

Der nun angekündigte Abbau von 150 Vollzeitstellen bei der Insel-Gruppe löst Unruhe aus. Doch Uwe E. Jocham scheint als neuer Direktionspräsident umsichtig vorzugehen. Er hat sich trotz Druck der Kantonsregierung Zeit genommen für eine neue Unternehmensstrategie. Bei der Umsetzung scheute er dann nicht vor unbeliebten Entscheiden zurück, etwa beim Verzicht auf den Bau eines neuen Stadtspitals. Er glättete in den vergangenen Wochen die Wogen, stand den Betroffenen Red und Antwort und erklärte auch vor politischen Gremien die neue Situation.

Das Fingerspitzengefühl bleibt den Verantwortlichen hoffentlich erhalten. Denn vermutlich wird die nun angekündigte Stellenreduktion nicht der einzige schmerzhafte Entscheid bleiben. So wird in nächster Zeit ein Beschluss über die Zukunft der leer stehenden und sanierungsbedürftigen Frauenklinik in Bern fällig, und es muss entschieden werden, welche Zukunft der Spitalstandort Münsingen hat.

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