Neuer Skater-Park beim «Chessu»

Bern erlebt einen Boom der Rollbrett-Anlagen: In den nächsten Monaten entsteht nicht nur bei der Reitschule, sondern auch beim Gaskessel eine Anlage. Zu einem massiv günstigeren Preis.

Geht alles nach Plan heizen bereits diesen Sommer die ersten Skater durch die «Skater-Bowl».

Geht alles nach Plan heizen bereits diesen Sommer die ersten Skater durch die «Skater-Bowl». Bild: zvg

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Bereits diesen Sommer sollen Rollbrettfahrer beim Gaskessel in einer «Bowl» über Betonwellen heizen können. Am Freitag ist das entsprechende Baugesuch des Vereins Bernside publiziert worden. Vorgesehen ist, eine 140 Quadratmeter grosse «Betonschüssel» auf einer Brache am Ende des «Chessu»-Vorplatzes zu platzieren. «Zentral und doch etwas abseits. Der Standort ist für uns ideal», sagt Projektleiter Claude Christen. Der 32-jährige Betriebsökonom und Schreinerlehrling hat sich vor drei Jahren mit gleichgesinnten Skater-Freaks zusammengeschlossen.

Mit 30 000 Franken fallen die geplanten Baukosten vergleichsweise tief aus. «Es ist so günstig, weil alle ehrenamtlich arbeiten.» Die kostenlos nutzbare Anlage ist bloss zur Zwischennutzung gedacht, bis das Gaswerk-Areal überbaut wird. Die Suche nach Sponsoren läuft. Laut Christen haben unter anderem Stiftungen, einige Regionsgemeinden sowie das Berner Jugendamt signalisiert, einen Batzen an das Skater-Projekt beisteuern zu wollen. «Wir können uns vorstellen, den Verein beim Betrieb der Anlage zu unterstützen», sagt Alex Haller, Leiter des Berner Jugendamts.

Teure «Bowl» bei Reitschule

Nach jahrelangem Dornröschenschlaf erlebt Bern dieses Jahr einen Skatepark-Boom. Denn läuft alles nach Plan, werden in Bern diesen Sommer gleich zwei «Bowls» eröffnet. Unter der Eisenbahnbrücke bei der Reitschule entsteht ebenfalls eine 18 mal 22 Meter grosse «Skater-Schüssel». Initiant Pablo Lobsang vom Verein Sk8be hat über zehn Jahre für das Projekt gekämpft. «Der Baustart erfolgt nun definitiv im April», sagt er auf Anfrage. Mit 330 000 Franken bewegen sich die Baukosten in einer ganz anderen Dimension als bei der Anlage von Bernside. Die Stadt Bern steuert 240 000 Franken bei.

Warum die grosse Kostendifferenz? Laut Lobsang sind die Arbeiten wie vorgeschrieben öffentlich ausgeschrieben worden und werden von einer Baufirma ausgeführt. Denn die Situation im Perimeter der Eisenbahnbrücke und der Reitschule sei bautechnisch im Vergleich zu einer Brache beim Gaskessel deutlich komplexer und entsprechend teurer. «Die Skaterbowl bei der Reitschlule ist eine öffentliche Anlage. Ein Do-it-yourself-Projekt wie beim Gaswerk hätten wir an diesem heiklen Standort nicht unterstützt», sagt auch Haller vom Jugendamt. Wegen der Eisenbahnbrücke müsse die Konstruktion Vibrationen standhalten. «Die Anlage muss in diesem Umfeld höheren Sicherheitsansprüchen genügen.» Im Vergleich mit Zürich ist der Beitrag der Stadt Bern immer noch ein Pappenstiel: Die Stadt Zürich baut eine Skate-Anlage in der Brunau, die 4,5 Millionen Franken kosten wird.

«Keine Skater-Konkurrenz»

Die Berner Skater-Szene kann künftig zwischen zwei Skater-Schüsseln wählen. «Wir sehen die beiden Berner Anlagen nicht als Konkurrenz, sondern eher als Befruchtung einer lebendigen Szene», sagt Lobsang. Laut Christen gibt es in der Stadt Bern rund 100 aktive Skater. Die einzige Skater-Schüssel des Kantons Bern steht jedoch – zwei Zugstunden von der Bundesstadt entfernt – in Saanen.

«Ich bin überzeugt, dass die Bowl nicht nur für Skater eine grosse Attraktion sein wird», sagt Francisco Droguett vom Berner Gaskessel. Denn die Anlage sei auch für BMX-Fahrer geeignet. Der Gaskessel ist nicht direkt in das Projekt von Bernside involviert. «Wir helfen einfach, dass der Betrieb funktioniert.» Die Skater könnten etwa die Toiletten des Gaskessels benützen. «Wir planen aber keine Skaterbar oder Ähnliches», so Droguett. Der «Chessu» fungiere auch als Ansprechsstelle für das Quartier bei Fragen oder Problemen punkto Skatepark. Vor Einsprachen fürchtet sich Christen nicht: «Wir haben aus dem Quartier bislang sehr positive Rückmeldungen erhalten.» (Der Bund)

Erstellt: 08.01.2016, 19:35 Uhr

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