Neuer RBS-Bahnhof soll über 100'000 Fahrgäste aufnehmen können

Ob der bestehende Bahnhof RBS erweitert oder ein neuer Tiefbahnhof gebaut wird, soll «frühestens im Juni» entschieden werden.

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Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Der Bahnhof RBS platzt aus allen Nähten. Vor bald 50 Jahren für 16'000 Personen gebaut, wird er heute von täglich 60'000 Pendlern benutzt. In 18 Jahren sollen es bereits 70'000 Personen sein, wie gestern Armin Beyeler, Leiter Infrastruktur RBS, an einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung im Kornhausforum vor rund 150 Zuhörern sagte. Beyeler und Regierungsrätin Barbara Egger (SP) stellten sich erstmals Fragen aus dem Publikum zum geplanten Ausbau des RBS-Bahnhofs, der in den Jahren 2015 bis 2025 realisiert werden soll.

Laut Beyeler ist der Start zum Vorprojekt vor zwei Wochen erfolgt. Dabei werde entschieden, welche der beiden zuletzt verbliebenen Varianten des Bahnhofausbaus weiterverfolgt wird. Die eine Variante sieht den Bau eines neuen Tiefbahnhofs in Ost-West-Lage – parallel zu den heutigen SBB-Geleisen – vor. Bei der anderen Variante ist geplant, den bestehenden RBS-Bahnhof seitlich mit einem neuen Bahnhof zu ergänzen. «Der Variantenentscheid wird frühestens im Juni gefällt», sagte Beyeler. Realistischer sei aber wohl erst im September oder Ende Jahr damit zu rechnen.

Unsicherheitsfaktor Geologie

Der Ausbau des RBS-Bahnhofs ist die erste Etappe des Projektes «Zukunft Bahnhof Bern», das 2025 bis 2035 auch eine seitliche Erweiterung des SBB-Bahnhofs vorsieht. Die Frage der Priorisierung der beiden Projekte hatte einst für rote Köpfe gesorgt. Gestern hingegen boten nur noch die Kosten und Fragen der Umsetzung Gesprächsstoff. Der neue Bahnhof RBS soll rund 520 Millionen Franken (plus/minus 30 Prozent ) kosten. «Das ist nicht billig», sagte Regierungsrätin Barbara Egger unter Anspielung auf die Finanzlage des Kantons. Diese Summe falle aber nicht auf einmal, sondern über Jahre hinweg an.

Kostenmässig ins Gewicht fallen etwa die geologischen Abklärungen und die Bauweise unter Tag. So wies Beyeler darauf hin, dass die Bauarbeiten am heutigen RBS-Bahnhof im Jahr 1962 wegen Wassereinbrüchen um nahezu ein Jahr eingestellt werden mussten. Bei einer seitlichen Erweiterung des Tiefbahnhofs müsste der Zugriff zur Baustelle mit dem Bau von Schächten auf der Uni-Terrasse und in der Länggasse sichergestellt werden. Beim Bau eines neuen Tiefbahnhofes wiederum gäbe es grössere Baustellen im Hirschenpark, auf dem Eilgutareal und bei der Laupenstrasse.

Pendlerströme besser verteilen

Der neue RBS-Bahnhof soll laut den Planern die heutige Kapazität um 70 bis 80 Prozent erhöhen, was einem Volumen von über 100'000 Pendlern pro Tag entspricht. «Wir können das Wachstum nicht stoppen», sagte Egger. Es brauche nicht nur bauliche Massnahmen, sondern auch «schlaue Lösungen», die Pendlermassen besser über den Tag zu verteilen. Aufgrund eines jüngst überwiesenen Vorstosses im Grossen Rat werde demnächst ein Pilotprojekt mit einer Berner Berufsschule für einen Unterrichtsbeginn ausserhalb der Rushhour gestartet, sagte Egger.

Der Bund

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