Nachtleben: Kompromissbereitschaft am Runden Tisch

An einem Runden Tisch wurde am Montagabend über das Berner Nachtleben diskutiert. Verschiedene Teilnehmer empfanden die Gesprächsrunde als positiv.

Das Berner Nachtleben liefert viel Gesprächsstoff.

Das Berner Nachtleben liefert viel Gesprächsstoff.

(Bild: Manu Friederich)

Rund 50 Vertreter von Parteien, Stadtbehörden und Vereinen haben am Montagabend an einem Runden Tisch über das Berner Nachtleben diskutiert. Trotz unterschiedlicher Standpunkte habe man Kompromissbereitschaft signalisiert, sagten verschiedene Teilnehmer.

«Wir haben einander zugehört, was extrem positiv war», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) nach dem Runden Tisch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es sei überhaupt nicht so gewesen, dass man versucht hätte, verhärtete Positionen zu verteidigen.

Allen sei bewusst, dass der Lösungsansatz nicht einfach sein werde, doch man wolle den Dialog weiterführen, fügte Tschäppät an. Die Berner Stadtregierung will bekanntlich im Herbst ein Konzept zum Stadtleben vorlegen. Dann sollen präzisere Ideen vorliegen, deren Umsetzung ebenfalls breit diskutiert werden müsse, erklärte Tschäppät.

Auch Thomas Berger vom Verein Pro Nachtleben hat den Runden Tisch als positiv empfunden. Er habe viel weniger verhärtete Fronten vorgefunden als erwartet, sagte Berger. Während der Diskussion seien auch konkrete Lösungsvorschläge auf den Tisch gekommen.

Betreuten Jugendraum gefordert

Eigentlich unbestritten sei die Forderung nach betreuter Jugendarbeit oder einem betreuten Jugendraum in der Innenstadt, sagte Berger. Zu prüfen seien überdies die Betriebszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel. Die Lücke zwischen dem letzten Nachtbus und dem ersten Tram am Wochenende müsse geschlossen werden, damit die Nachtschwärmer in dieser Zeit weniger Lärm verursachten.

Auch die zweite Vize-Stadtratspräsidentin Tania Espinoza (GFL) sprach von einer respektvollen und konstruktiven Gesprächsrunde. Die Teilnehmer des Runden Tisches hätten etwa über die Bildung einer Sonderzone, Dezibelbeschränkungen oder Rechtsgleichheit geredet. Denkbar wäre etwa auch eine Mediationsstelle, die zwischen Anwohnern und Clubbesitzern vermittelt, erklärte Espinoza.

In der Stadt Bern ist das Nachtleben ein grosses Thema. Mehr als 10'000 junge Menschen beteiligten sich Anfang Juni an einer Tanz-Kundgebung und demonstrierten für mehr Freiräume.

bs/sda

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