Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

Die Sanierung der Marktgasse ist geschafft. Doch es warten noch weitere Projekte auf ihre Umsetzung.

Nach 23 Wochen fährt das Tram wieder – doch es war betsimmt nicht die letzte Gassensanierung.

Nach 23 Wochen fährt das Tram wieder – doch es war betsimmt nicht die letzte Gassensanierung.

(Bild: Keystone Alessandro della Valle)

Markus Dütschler

Nun fahren die Trams wieder, die lange Phase der Marktgasse-Sanierung ist vorüber. Der Volksmund weiss aber genau: «Wenn sie an einem Ort zu lochen aufhören, fangen sie an einem anderen Ort an.» So ist es tatsächlich. Zwar ist die Sanierung der Marktgasse der Schlusspunkt einer langen Reihe von Erneuerungen, die ein Jahrzehnt in Anspruch genommen haben: Casinoplatz, Kram- und Gerechtigkeitsgasse, Weichendreieck Zytglogge, Bundesplatz, Hirschengraben, Bahnhofplatz – und eben die Marktgasse. Ein letzter Teil dieser Sanierung wird bis Ende Oktober noch vorgenommen: die Waaghausgasse-Sanierung.

Brückensicherung kommt

Im nächsten Jahr sollen die provisorischen Zäune an Kirchenfeld- und Kornhausbrücke durch definitive Schutzvorrichtungen ersetzt werden. Diese sollen Lebensmüde vor dem spontanen Sprung in die Tiefe abhalten. Die Kredite sind noch nicht gesprochen.

Nächstes Jahr wird das beliebte Wasserspiel auf dem Bundesplatz zehn Jahre alt sein. Die Lebensdauer war mit acht Jahren veranschlagt, dann sind viele mechanische Teile verschlissen und müssen ersetzt werden. Im gleichen Zug werden Steinplatten mit Abplatzungen und defekte Platten ersetzt, dazu werden Fugen erneuert, was nötig wird, da der Platz durch Veranstaltungen stark beansprucht ist. Im Frühling 2014 wird das Wasserspiel noch laufen, die Sanierung wird 2014/15 stattfinden.

EWB wird 2015 die Werkleitungen in der Zeughausgasse sanieren. Dies werde aber eine deutlich kleinere Übung sein als die Marktgasse-Sanierung, wie Stadtingenieur Hans-Peter Wyss erklärt. Man werde nicht die ganze Strasse auf einmal aufreissen, sondern in Etappen bauen.

Im nächsten Sommer wird der während Jahren umstrittene Matte-Poller installiert. Der Kredit ist bewilligt. Im gleichen Quartier wird – allerdings erst 2018 – mit den Arbeiten für den Hochwasserschutz begonnen. Die Kredite stehen noch aus.

Bereits 2015 ist die Schauplatzgasse an der Reihe, die im Taxijargon «Schublade» heisst. Es ist laut Wyss eine komplette Sanierung, aber ohne Untergrund wie etwa in der Marktgasse, wodurch sie nicht so aufwendig sein wird. Der Kredit steht noch aus. Die Gasse wird von zwei Buslinien frequentiert, was bei der Sanierung berücksichtigt wird, erzeugen doch die schweren Fahrzeuge Rillen in der Fahrbahn. Deshalb werden bei Haltestellen oft Betonplatten verlegt, um Schäden entgegenzuwirken.

2016 wird EWB die Werkleitungen in der Rathausgasse sanieren.

Tramlinie: Grosse Kiste

Eine ganz grosse Kiste ist Tram Region Bern. Hier stehen die Kredite noch aus, und bei der genauen Linienführung in der Stadt Bern ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Der Kredit ist noch nicht genehmigt, aber der politische Auftrag ist längstens erteilt: Bärenplatz und Waisenhausplatz, die noch immer ein Mauerblümchendasein fristen, müssen saniert werden. Gemäss Wyss schafft die Tatsache, dass sich unter den Plätzen eine Tiefgarage befindet, keine zusätzlichen technischen Probleme.

Ein historisches Bauwerk harrt noch seiner Erneuerung: die Nydeggbrücke, 1844 eingeweiht. Geplant ist diese für 2018, weshalb die Kreditbewilligung – was Wunder – noch aussteht. Bauabschrankungen werden also nicht so bald aus Bern verschwinden.

Der Bund

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