Nach dem Tennisspiel eine Runde schwimmen

Nach jahrelanger Standortsuche will der Gemeinderat das neue Berner Hallenbad im Neufeld in der hinteren Länggasse bauen. Der Tennisclub Neufeld muss noch zustimmen.

Zum Stadion Neufeld gesellt sich bald schon die 50-Meter-Schwimmhalle.

Zum Stadion Neufeld gesellt sich bald schon die 50-Meter-Schwimmhalle.

(Bild: Valérie Chételat)

Naomi Jones

Die neue 50-m-Schwimmhalle kommt ins Neufeld. Der gewählte Standort liegt in der Kreuzung Neubrück- und Beau­lieu­strasse. Heute hat der Tennisclub Neufeld seine Felder dort. Der Vorstand des Clubs stehe dem Bauvorhaben positiv gegenüber, sagte Christian Bigler, Leiter des Berner Sportamtes, an der gestrigen Medienkonferenz. Das muss so sein. Denn ohne das Einverständnis des Tennisclubs kann die Stadt dort nicht bauen. Das laufende Baurecht auf dem Burgerboden lautet auf den Tennisclub. Der Stadt Bern gehört lediglich die kleine Parzelle der alten Buswendeschlaufe.

Laut Bigler ist der Vorstand des Clubs bereit, auf einen Teil der Parzelle zu verzichten. Bei der konkreten Ausarbeitung des Projektes wird es darum gehen, eine Lösung zu finden, die sowohl Tennisspielern wie Schwimmern ermöglicht, ihren Sport ausüben zu können.

Kosten sind noch offen

Die neue Schwimmhalle soll sowohl Sportschwimmer wie Freizeitbadende ansprechen. Geplant sind 50 Meter lange Bahnen, die sich bei Bedarf halbieren lassen, und ein Lernschwimmbecken für Familien mit Kindern, die baden möchten. Noch offen ist die Frage, wie viel die Halle kosten wird. Zu rechnen sei mit 50 bis 70 Millionen Franken, sagte die zuständige Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB). Der Baukredit solle nächstes Jahr der Berner Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt werden. Zuvor muss der Stadtrat aber noch einem Planungskredit zustimmen.

Standort Länggasse war klar

Der Gemeinderat habe sich für den Standort Neufeld entschieden, weil sich hier Synergien mit den bestehenden Sportanlagen nutzen liessen, sagte Teuscher; etwa ein gemeinsames Restaurant oder Garderoben. In unmittelbarer Nähe befindet sich das sportwissenschaftliche Institut der Universität Bern mit seinen Sporthallen ebenso wie das Leichtathletikstadion, Fussballfelder und Tennisplätze. Nun könne das «Sportcluster», die Ansammlung von verschiedenen Sportanlagen, um die Sportart Schwimmen ergänzt werden, sagte Teuscher.

Dass der Standort der neuen Schwimmhalle im Länggassquartier sein würde, ist schon seit einiger Zeit bekannt. Zuvor hatte der Gemeinderat das Marzili und das Gaswerkareal als Standorte geprüft. Beide hat er aber wieder verworfen. Als mögliche Standorte blieben das Mittelfeld und das Neufeld in der Länggasse übrig. Ein Neubau auf dem Mittelfeld wäre einfach und attraktiv gewesen. Das Hallenbad hätte das neue Quartier auf dem Mittelfeld städtebaulich aufwerten können.

Allerdings hätte ein Entscheid für den Standort Mittelfeld auch Platz für Wohnungen oder andere Nutzungen schon vor der städtebaulichen Planung blockiert. Doch der Gemeinderat konnte mit dem Standortentscheid für das neue Schwimmbad nicht warten. Das Berner Stimmvolk bestimmte letzten November, dass die Halle bis 2020 gebaut sein müsse.

Entscheid für Bad vor fünf Jahren

Vor drei Jahren hatte die Berner FDP die sogenannte Hallenbad-Initiative lanciert, um dem Gemeinderat Druck zu machen. Denn der Stadtrat hatte dem Gemeinderat schon 2011 den Auftrag erteilt, ein zusätzliches Hallenbad in Bern zu planen. Auslöser dafür waren die engen Verhältnisse in Berner Schwimmbädern. Der Stadt fehlt genügend Wasserfläche, um den Bedürfnissen von Freizeit- und Sportschwimmern gerecht zu werden.

2009 musste das in die Jahre gekommene zentrale Stadthallenbad «Mu­beeri» vorübergehend geschlossen werden, weil die Decke einzustürzen drohte. In der Folge wollte der Gemeinderat das alte Hallenbad schliessen. Das ebenfalls sanierungsbedürftige Freischwimmbad Ka-We-De wollte er ebenfalls aufgeben. Als Ersatz begann er mit der Standortsuche für ein neues grosses Hallenbad. Die Berner Bevölkerung wehrte sich jedoch gegen die Schliessung der beiden beliebten Schwimmbäder. Auch der Stadtrat erteilte dem Gemeinderat diesbezüglich eine Abfuhr und verlangte ein zusätzliches Hallenbad.

Der Bund

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