«Mubeeri»: Stadtrat träumt vom Baden auf dem Dach

Das Patt beim Hallenbad «Mubeeri» macht einen Neubau wieder zum Thema.

Beim «Mubeeri» ist die Skyline anders – aber Schwimmen wie in Singapur soll möglich werden.

Beim «Mubeeri» ist die Skyline anders – aber Schwimmen wie in Singapur soll möglich werden.

(Bild: Keystone)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Öffentliches Bad? Kurs- und Ausbildungsbad? Gesundheitsbad? Wellnessanlage? Fehlanzeige. Wer sich für den Erhalt des Hallenbades Hirschengraben einsetzt, war nach der letzten Stadtratssitzung frustriert. Alle Szenarien für den Erhalt des denkmalgeschützten Sanierungsfalles in Bahnhofsnähe machen Investitionen zwischen 32 und 36 Millionen Franken erforderlich. Allein für den Betrieb der Wasserfläche braucht es jährliche Subventionen von bis zu 2,5 Millionen Franken, hielt der Gemeinderat in der Antwort auf einen FDP-Vorstoss fest. Der von der FDP verlangte Verkauf des Gebäudes sei daher «nahezu ausgeschlossen». Der Rat nahm diesen Bericht mehr oder weniger resigniert zur Kenntnis. Wie es mit dem «Mubeeri» weitergehen wird, ist offener denn je.

Singapur als Vorbild

Vor diesem Hintergrund kommen erneut Forderungen nach einem Neubau aufs Tapet. So verlangt Stadtrat Daniel Imthurn (GLP) in einem Vorstoss vom Gemeinderat, dass er die Aufhebung des «baurechtlichen Schutzes der Gebäudehülle des Mubeeri-Bades» prüfen lässt. Imthurn schwebt ein Neubau mit ganzem oder teilweisem Abriss des Gebäudes und eine Aufstockung mit Wohn- und Dienstleistungsnutzung vor. Das Stadtbad könnte weiter im Parterre oder - «als städtebauliches Highlight» - im Attikageschoss über den Dächern betrieben werden, wie es das etwa in Singapur gebe, sagt Imthurn. Der Gemeinderat hatte einst auch mit einem Neubau von 36 Luxuswohnungen geliebäugelt, die der Stadt einen Baurechtszins von knapp einer halben Million Franken eingebracht hätten. In der Antwort auf den FDP-Vorstoss hielt er nun aber fest, dass ein Abbruch des Gebäudes unrealistisch sei.

«Unrealistisch heisst nicht unmöglich», sagt Imthurn. Es sei absurd, dass die Vorschriften zum Schutz des Gebäudes eine Weiterführung des Badebetriebs verunmöglichten. Letztlich müsse der Gemeinderat zwischen dem Gebäudeschutz und dem Interesse der Öffentlichkeit an einem Weiterbetrieb des Bades abwägen, sagt Imthurn.

Forderung ist «unglaublich»

SP-Stadträtin Gisela Vollmer findet Imthurns Forderung «unglaublich». Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz. Not tue jetzt eine kleine Sanierung für den Weitebetrieb des Bades bis zum Bau der neuen 50-Meter-Schwimmhalle – was noch Jahre dauern dürfte. Im Übrigen gelte es nun abzuwarten, wie der Gemeinderat die Petition für den Erhalt des Gebäudes beantworte. Vollmer erwartet neue, detaillierte Vorschläge des Gemeinderates für die Sanierung und den Weiterbetrieb des Bades. Sportanlagen seien kaum rentabel, sagt Vollmer. «In Anbetracht der Besucherzahlen im Hallenbad ‹Mubeeri› sind 36 Millionen Franken für eine Sanierung nicht viel.»

Der Bund

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