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Mit Spiritualität durch die Krise

«Spiritual Care» zieht als neue Disziplin im Gesundheitswesen ein: Seelsorge, unabhängig von Religion und Konfession. Oft gehe es 
für Patienten um die Frage, was ihr Leben trage und nähre, sagt Hubert Kössler, Spitalseelsorger am Berner Inselspital.

Die Insel-Kapellen spiegeln sich im INO-Zentrum: Hubert Kösslers Arbeit verbindet Medizin und Spiritualität.
Die Insel-Kapellen spiegeln sich im INO-Zentrum: Hubert Kösslers Arbeit verbindet Medizin und Spiritualität.
Adrian Moser

«Dass wir gebraucht werden, um Trost zu spenden, kommt vergleichsweise selten vor», sagt Hubert Kössler. Die Spitalseelsorge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ebenso weiterentwickelt wie die Medizin. Zu einer Beichte oder einer Krankensalbung am Spitalbett wird Kössler, Co-Leiter der Spitalseelsorge des Berner Inselspitals und katholischer Theologe, selten gerufen. Im Berufsalltag, wenn Kössler Gespräche mit Patienten, Angehörigen oder Angestellten am Spital führt, spiele die Konfession oft keine Rolle. Der Glaube als Stütze in der Krankheit, dieses Bild allein wird der professionellen Arbeit des Seelsorge-Teams bei weitem nicht mehr gerecht. Klar wird das, wenn Kössler Sätze ausspricht, die von einer festen Verankerung im Diesseits zeugen. «Man kann oft gar nicht trösten. Man kann keinen Sinn vermitteln, wo es keinen Sinn gibt», sagt er.

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