Mit der Werkstätte in den Hang bei Niederbottigen hinein

Der Baumeister Alfred Zimmermann aus Oberbottigen lanciert eine neue Idee. Die BLS-Werkstätte soll teilweise unterirdisch gebaut werden.

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Der Standort Chliforst Nord am äussersten westlichen Rand der Stadt Bern ist heftig umstritten. Insbesondere bei den am direktesten Betroffenen, den Einwohnerinnen und Einwohnern von Oberbottigen und Riedbach. Abgelehnt wird die Variante auch von Alfred Zimmermann, einem Bauunternehmer aus Oberbottigen. Er gehört zu jenen Mitgliedern der Dialoggruppe, die nun ausgetreten sind – aber zuvor präsentierte Zimmermann noch eine neue Idee.

Der Baumeister schlägt als neue Variante zwar einen alten Standort vor: das Gebiet südlich des Coop-Verteilzentrums in Niederbottigen, drei Kilometer östlich des Chliforsts. Dieser Standort war in der Tat schon im Gespräch, allerdings ist er verworfen worden. Neu an Zimmermanns Vorschlag ist aber, dass die Werkstätte teilweise unterirdisch angelegt wird. Die Gleisanlage könnte in das ansteigende Gelände hinein gebaut und anschliessend rund zur Hälfte wieder mit Erdmaterial bedeckt werden. Die Arbeiten würden im Tagbau erfolgen, sagt Zimmermann. Diese Technik kam zum Beispiel beim Neufeldtunnel zum Einsatz. Das heisst: Der Hang würde zunächst abgetragen; nach der Fertigstellung der Anlage würde diese wieder überdeckt. Oder anders gesagt: Es wären keine Untertag- oder Bohrarbeiten nötig.

Nur halb so viel Landverbrauch

Technisch wäre dies «absolut möglich», sagt Zimmermann. Er kenne das Gelände bestens. Dieser Meinung seien auch andere Baufachleute aus der Region. Selbstverständlich würde es etwas mehr kosten, dafür wäre das Bauwerk nachhaltig. «Man könnte darüber wieder einen Acker anlegen», sagt er. Oder später könnte man dort bauen. Insgesamt, aus der Luft betrachtet, wäre der Landverbrauch nur etwa halb so gross im Vergleich zu einem Projekt ohne unterirdische Teile.

Gegenüber dem Standort Chliforst Nord hätte der Standort in Niederbottigen vor allem auch aus raumplanerischer Sicht grosse Vorteile, sagt Zimmermann. Das Gebiet beim Verteilzentrum sei schon in jeder Hinsicht erschlossen. So sei etwa die Autobahnzufahrt in nächster Nähe. Werde die Werkstätte jedoch im Chliforst, also auf der grünen Wiese, erstellt, käme dies einem raumplanerischen Sündenfall gleich.

Zimmermanns Idee hat einen zweiten, ökonomischen Teil: Die BLS sollte seiner Meinung bei der neuen Werkstätte ohnehin eine sogenannte Mantelnutzung vorsehen. Das heisst, die Werkstätte würde mit zusätzlichen Gebäuden ergänzt, welche zum Beispiel als Büroräume weitervermietet werden könnten. Solche Konzepte mit Mantelnutzungen gibt es zum Beispiel bei Fussballstadien. Eine Mantelnutzung wäre am neuen Standort viel besser realisierbar als im Chliforst, sagt Zimmermann und fragt: «Wer möchte im Gebiet Chliforst – derart weit von der Stadt entfernt – schon ein Büro mieten?»

BLS fühlt sich nicht angesprochen

Aber kommt Zimmermanns Idee nicht zu spät? Bei der BLS heisst es, für die Bahn sei es nicht möglich, im Rahmen der Vorstudie zum Standort Chliforst Nord noch neue Varianten zu prüfen; das sei auch nicht vorgesehen. Man könne somit zu diesem Vorschlag nicht Stellung nehmen. Laut BLS-Sprecher Hugo Wyler liegt der Ball beim Bundesamt für Verkehr (BAV). Die Standortgebundenheit der neuen Werkstatt sei im angelaufenen Sachplanverfahren des Bundes zentral; ob ein anderer Standort infrage käme, sei insofern ungewiss. (Der Bund)

Erstellt: 03.05.2017, 21:04 Uhr

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