«Mit der Langsamkeit der Berner hat das gar nichts zu tun»

Das Feuerwerk zum Nationalfeiertag musste in Bern wegen schlechten Wetters verschoben werden. Kommunikationsbeauftragte Manuela Angst pariert die Kritik, wonach die Stadt schlecht kommuniziert habe.

Was am Samstag ausblieb, wird am Sonntag nachgeholt: Das Feuerwerk zum 1. August in Bern.

Was am Samstag ausblieb, wird am Sonntag nachgeholt: Das Feuerwerk zum 1. August in Bern.

(Bild: Keystone)

Hanna Jordi

Frau Angst, in der Stadt Bern wird das 1.-August-Feuerwerk erst am 2. Augustabgelassen. Ist das die sprichwörtliche Langsamkeit der Berner nicht etwas arg auf die Spitze getrieben?
Manuela Angst: Mit der Langsamkeit der Berner hat das gar nichts zu tun. Im Gegenteil: In welcher Geschwindigkeit am Samstagabend Abwägungen gemacht und Entscheide getroffen wurden, ist eigentlich beachtlich. Hinter den Kulissen lief wahnsinnig viel.

Welche Abwägungen mussten Sie treffen?
Nun, wir waren konstant in Kontakt mit der Wetterstation in Kloten. Die Wetterlage war unklar, weshalb wir nicht sicher wussten, ob wir wirklich auf das Feuerwerk verzichten mussten oder nicht. Parallel liefen die Abklärungen für ein potenzielles Abfeuern am Sonntagabend. Lässt sich das Feuerwerk abdecken und vor Regen schützen bis Sonntag? Können wir die Bewachung sicherstellen? Haben wir am Sonntag genügend Leute, um die Abschussrampe zu sichern? Kann die Feuerwehr vor Ort sein? Haben wir die Bewilligung, die Kirchenfeldbrücke erneut zu sperren? Der Stadtpräsident, der Stadtschreiber, die Feuerwehr und die Feuerwerksfirma waren in ständigem Austausch miteinander.

Ist es nicht möglich, ein Feuerwerk bei Regen zu zünden?
Doch, das schon. Aber der Nebel kam uns dazwischen. Vom Gurten aus konnte man die Stadt nicht sehen. Und von der Stadt aus den Gurten nicht.

Zu schlechte Voraussetzungen für ein 70'000 Franken teures Feuerwerk?
Vor allem für die Bernerinnen und Berner wäre es schade gewesen, das Feuerwerk bei schlechtem Wetter abzulassen.

Auf Twitter wird die Kommunikationsstrategie der Stadt kritisiert: 45 Minuten lang herrschte Funkstille. Warum haben Sie nicht wenigstens informiert, dass die Abklärungen im Gang seien?
Das Wetter war ein grosser Unsicherheitsfaktor, es hätte jederzeit aufklaren können. Diese Unsicherheit mussten wir aussitzen. Die Kanäle, die uns zur Verfügung standen, haben wir meines Erachtens gut genutzt: Radio Energy, welche die Tonspur für das Feuerwerk hätten übertragen sollen, berichtete über die Verzögerung. Wir nutzten Twitter, aber auch analoge Kanäle: So gab es im Festzelt auf dem Münsterplatz eine Durchsage und auf der Münsterplattform informierten Angestellte des Sicherheitsdienstes die Wartenden. Wenn jemand allerdings Zuhause war und vergeblich auf das Feuerwerk wartete, ist das natürlich bedauerlich. Gleichzeitig gibt es wohl Informationslücken, die sich nie ganz schliessen lassen.

Wie lautet Ihre Prognose für den Sonntag? Kommen die Bernerinnen und Berner noch zu einem Feuerwerk?
Wir sind sehr zuversichtlich. Das Wetter sieht vielversprechend aus. Jetzt muss man sich nur noch einen Aussichtsplatz sichern, um ab 22.15 Uhr einen guten Blick auf den Gurten zu haben.

DerBund.ch/Newsnet

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