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Milan über Bern

Immer mehr Rotmilane verbringen den Winter in der Schweiz. Ihr Futter suchen sie dann auch mal in der Stadt.

Der Milan wurde in Bern beobachtet. Was treibt den Raubvogel in die Stadt? (Symbolbild)
Der Milan wurde in Bern beobachtet. Was treibt den Raubvogel in die Stadt? (Symbolbild)
Hannes Bhend

An sonnigen Wintertagen zieht ein Milan seine grossen Kreise über dem Lorrainequartier. Manchmal versucht ihn eine wütende Krähe zu vertreiben. Der Milan fällt zwischen den Krähen und den mittlerweile zum Stadtbild gehörenden Möwen auf. Er ist neu. Ist es normal, dass die Raubvögel bis in die Stadt kommen?

«Das ist nicht erstaunlich», sagt Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach. «Die Geschichte dahinter ist es aber schon.» Der Rotmilan stand einst kurz vor dem Aussterben. Doch in den letzten 20 Jahren hat die Population in der Schweiz stark zugenommen. «Der Brutvogelatlas zeigt: Der Rotmilan ist ein Gewinner.»

Das ist aber nur die eine Erklärung für den Berner Milan. Denn eigentlich ist der Milan ein Zugvogel. Doch immer mehr Rotmilane überwintern in der Schweiz. Darum sieht man sie nun auch im Winter. In den etwas wärmeren Städten finden sie vermutlich mehr Futter, wenn auf dem Land der Boden gefroren und mit einer dicken Schneedecke bedeckt ist.

Die Milane seien sehr «flugfreudig», sagt Schaad. Das heisst, sie können weite Strecken fliegen. Tagsüber sind sie meist allein auf Futtersuche. Abends treffen sie sich an gemeinsamen Schlafplätzen. Laut Schaad gibt es im Gürbetal und bei Solothurn solche Plätze. Bern ist für sie nicht allzu weit entfernt.

Milane sind aber eher schlechte Jäger. Lieber fressen sie Aas und Würmer. Darum sieht man sie oft entlang von Autobahnen, wo es tote Tiere hat. «Vielleicht sucht der Berner Milan an der Aare nach toten Fischen», sagt Schaad. Zudem findet er im Moment im Unterland bestimmt mehr Nahrung, als im verschneiten Oberland.

Schaad warnt davor, aus der einmaligen Beobachtung des Milans im städtischen Umfeld zu viele Schlüsse zu ziehen. Trotzdem rechnet er damit, dass die Milane künftig auch hier öfter zu sehen sind. Sie vermehren sich gut und die Winter werden milder.

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