Mietzinserhöhung für Künstler im Schwob-Haus

Die Stadt will die Villa Schwob im Berner Länggassquartier sanieren. Die Mieter müssen bestimmten Kriterien entsprechen und alle fünf Jahre wechseln.

Von der Villa Schwob in der Länggasse sollen möglichst viele Künstler und Künstlerinnen profitieren.

Von der Villa Schwob in der Länggasse sollen möglichst viele Künstler und Künstlerinnen profitieren. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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Die Künstler im Schwob-Haus erhalten einen neuen Mietvertrag. Der Gemeinderat hat eine Strategie zur Vermietung des Hauses verabschiedet. Das Haus werde während jeweils fünf Jahren an mindestens sechs Kulturschaffende als Wohn- und Arbeitsgemeinschaft vermietet, sagt Martin Müller von Kultur Stadt Bern, der ehemaligen Abteilung Kulturelles der Stadt Bern. Alle fünf Jahre könnten sich andere Künstlergruppen um das Haus bewerben. Die aktuellen Mieter sollen per 1. August einen neuen Mietvertrag bis 2020 erhalten. «Mit der aktuellen Nutzung sind wir sehr glücklich», sagt Müller. Das war aber nicht immer so.

Die Stadt erbte das Haus am Falkenhöhenweg 15 von der Berner Kunstmalerin Susanne Schwob (1888–1967) mit Auflagen. Die Stadt solle mit ihrem Haus die bildenden Künste fördern und dürfe es nicht verkaufen. Doch genau dies wollte die Stadt tun. Denn vor zwei Jahren hätten das Haus nur noch drei Personen genutzt, sagt Müller. «Wir wollten aber, dass mehr Kulturschaffende von Schwobs Erbe profitieren können.» Mit dem Erlös des Hauses sollten bildende Künstler gefördert werden. Laut Müller wollte die Stadt eine andere Liegenschaft als Atelierhaus suchen und kaufen. Wegen einer Einsprache verzögerte sich der Verkauf der Schwob-Villa aber. In der Zwischenzeit vermietete die Stadt das Haus an eine neue Künstlergruppe. «Diese erfüllten die Ziele des Hauses wieder so gut, dass wir keinen Anlass mehr sehen, es zu verkaufen», erklärt Müller. Dies obwohl unterdessen die Fondsrichtlinien angepasst seien und ein Verkauf möglich wäre.

Zurzeit wohnen drei Künstler und Künstlerinnen im Haus. Zwölf weitere nutzen dort einen Atelierplatz. Einmal im Monat veranstalten sie einen öffentlichen Anlass, etwa eine Lesung oder ein Konzert. Der Video- und Performancekünstler Aldir Polymeris ist Gründungsmitglied der aktuellen Künstlergruppe im Schwob-Haus. Er freut sich auf den neuen Mietvertrag. «Nun können wir planen und uns längerfristig auf das Haus einlassen», sagt er. Die Miete wird für die Künstler allerdings etwas teurer. Weil die Stadt in den nächsten zehn Jahren rund 400’000 Franken in das Haus investieren muss, um es zu sanieren, soll die Miete kostendeckend werden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2017, 14:37 Uhr

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