Meisterrasen für Ostermundigens Nachwuchs-Kicker

Der FC Ostermundigen soll den alten Kunstrasen aus dem Wankdorfstadion erhalten. Für Ostermundigens Nachwuchs-Spieler ist der Secondhand-Rasen immer noch top.

Nach dem Meistertitel braucht YB einen neuen Kunstrasen, doch für den FC Ostermundigen ist es noch ein Top-Rasen.

Nach dem Meistertitel braucht YB einen neuen Kunstrasen, doch für den FC Ostermundigen ist es noch ein Top-Rasen.

(Bild: Keystone)

Naomi Jones

Vielleicht geht der Schweizer-Meister-Titel im Fussball schon in naher Zukunft an den FC Ostermundigen. Zumindest dann, wenn der Rasen, auf dem der amtierende Schweizer Meister YB seinen Titel gewonnen hat, etwas dazu beiträgt. Denn wenn alles nach Plan läuft, trainieren die Nachwuchstalente des FC Ostermundigen bald auf dem Rasen, auf dem die Young Boys ihren Titel erspielt haben. Der FC Ostermundigen möchte den Kunstrasen von YB übernehmen, sobald dieser im Wankdorfstadion ersetzt wird. Das könnte laut YB-Sprecher Albert Staudenmann im Lauf des nächsten Jahres der Fall sein.

Ersatz für zwei Felder

«Das ist eine grosse Ehre für uns», sagt Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos). Doch will Ostermundigen den Kunstrasen nicht allein um der Ehre und des künftigen Ruhmes willen anschaffen. Vielmehr soll der FC Ostermundigen für zwei Fussballplätze entschädigt werden, die er in naher Zukunft aufgeben muss. Im Oberfeld soll ein Platz der Tramwendeschlaufe geopfert werden, das San-Siro-Areal wird mit Wohnhäusern überbaut.

Auf dem Kunstrasen könnten die 27 Mann- und Frauschaften des Clubs auch im Winter trainieren. Heute müssen die vier Top-Teams der Damen und Herren auf einem Kunstrasen in Bern trainieren. Dafür zahlt der Club Miete. Die Kinder und Junioren unter zehn Jahren ziehen sich in die Turnhallen der Gemeinde zurück. «Aber dort kann man kein optimales Fussballtraining machen», sagt FCO-Präsident Marco Krebs. In Ostermundigen gibt es kein Kunstrasenfeld, das auch im Winter benutzt werden könnte. Die Stimmbürger hatten in den 1980er-Jahren einen Kunstrasen abgelehnt. Heute wäre der FC Ostermundigen froh darum. Seit Mitte der letzten Saison habe der Club einen Aufnahmestopp verhängt, sagt Krebs. «Dank dem Erfolg von YB und dem Wachstum von Ostermundigen ist der Andrang sehr gross.» Der Club könne ihn nicht mehr bewältigen. Auf der Warteliste befinden sich laut Krebs etwa 30 Kinder und Jugendliche. Dank dem Kunstrasen könnte der Ostermundiger Club auch wieder Kinder und Jugendliche aufnehmen.

Teures Fundament

Allerdings muss der Kunstrasen erst vom Ostermundiger Parlament bewilligt werden. Die Kosten für die Gemeinde belaufen sich auf rund eine Million Franken, die der Gemeinderat fürs nächste Jahr budgetiert hat. Zwar könne der Club den YB-Kunstrasen zu etwa einem Drittel des Neupreises übernehmen, sagt Krebs. Ostermundigen würde sich vor allem an der Demontage im Wankdorfstadion und am Transport finanziell beteiligen. Damit der Kunstrasen verlegt werden kann, muss aber erst noch ein geeigneter Unterbau erstellt werden. Das bestehende Fussballfeld muss komplett umgebaut werden. Krebs rechnet damit, dass der FCO den Secondhand-Rasen noch etwa zehn Jahre benutzen könnte. «Es ist ein Top-Rasen.»

DerBund.ch/Newsnet

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