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«Meilenstein» für die Stiftung, aber auch für Roggwil

Das Baugesuch für das Hirnverletzten-Zentrum ist gestern eingereicht worden.

Seit gut zwei Jahren ist bekannt, dass im Oberaargauischen Roggwil das gemäss Initianten «schweizweit erste spezialisierte Pflegezentrum für Menschen mit einer Hirnverletzung» gebaut werden soll. Läuft alles nach Plan, wird das «Kompetenzzentrum», das 55 Pflege- und 15 Wohngruppenplätze anbieten wird und 65 Millionen Franken kostet, im Frühling 2012 eröffnet. Für die Betreuung der Patienten und für den Betrieb des Zentrums müssen rund 200 Mitarbeitende angestellt werden. Der Spatenstich ist diesen Herbst vorgesehen – der Bauplatz befindet sich nahe dem Dorfkern beim Oberstufenzentrum. Gestern hat die Stiftung Pro Integral in Roggwil das Baugesuch eingereicht und aus diesem Anlass eine Medienkonferenz abgehalten.

6000 Gönner

«Es ist ein grosser Tag für uns», sagte Stiftungsratspräsident Michel Bätscher gestern. Es sei aber auch ein grosser Tag für jene Menschen, die dereinst in diesem Zentrum leben werden. Für die Stiftung gelte es nun bereits, die Pflegekonzepte zu erarbeiten. Zentral sei auch, die 2006 gegründete Gönnervereinigung, die mittlerweile rund 6000 Mitglieder umfasst, wie gestern gesagt wurde, weiter auszubauen. Die Stiftung ist auf Geld angewiesen, damit auch solche Pflege möglich ist und bleibt, welche von den Krankenkassen nicht finanziert wird.

«Grosse Chance» für Roggwil

Von einem «weiteren Meilenstein» sprach gestern auch der Roggwiler Gemeindepräsident Erhart Grütter. Es sei für ihn eine «freudige Aufgabe», das Baugesuch entgegenzunehmen. Vor anderthalb Jahren hatte die Gemeindeversammlung einer nötigen Zonenplanänderung zugestimmt. Das Zentrum stelle für die 4000-Seelen-Gemeinde eine «grosse Chance zur Weiterentwicklung» dar. Und es sei für das lokale und das regionale Gewerbe von Bedeutung – nicht nur für das Baugewerbe. So sei anzunehmen, dass für die Leute, die im Zentrum leben und arbeiten, die Nahrungsmittel in der Region beschafft würden. Die Stimmung im Dorf gegenüber dem Zentrum sei «grösstenteils sehr positiv», sagte Grütter. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Gemeinde mit dem Zentrum zu einem Saal kommt, den sie für eigene Anlässe nutzen kann.

Das Zentrum will mit einem «breiten Angebot» an Räumen für Tagungen und Freizeit aufwarten. Nebst dem grossen Saal für 350 Personen sind Seminarräume, ein öffentliches Restaurant mit Gartenterrasse, ein Kinderspielplatz, ein Kleintierpark, ein Coiffeursalon, eine Parkanlage sowie eine Arzt- und Physiotherapie-Praxis geplant.

Wie der Bau des Zentrums finanziert werden soll, wurde gestern noch nicht bekannt gegeben. Derzeit werde noch mit möglichen Partnern verhandelt. Die jährlichen Betriebskosten werden rund 15 Millionen Franken betragen. Finanziert werden sie über «klassische Heimfinanzierung», wie Michel Bätscher sagte. Unter anderem von der Gönnervereinigung sollen jene Kosten getragen werden, die von den Krankenkassen nicht gedeckt werden.

Vor allem für junge Menschen

Bereits lägen 16 Anmeldungen für einen Eintritt ins Zentrum auf dem Tisch, sagte Bätscher. Dabei handle es sich vorab um junge Leute. Ein Teil der Menschen, die eine Hirnverletzung erleiden, werden heute nach der Akutbehandlung in Altersheime oder Heime für Menschen mit geistigen Behinderungen eingewiesen. Dort werden sie zwar gut gepflegt – und doch befinden sie sich nicht an dem für sie richtigen Ort, wie Bätscher sagte. Gerade für junge Menschen mit Hirnverletzungen fehle in der Schweiz ein Zentrum, in dem sie langfristig gepflegt, aber auch beschäftigt werden könnten. Die Zahl junger Menschen mit Hirnverletzung sei aufgrund immer häufiger auftretender Sportverletzungen im Steigen begriffen.

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