Mehr Leben für den Mattenhof

20 Jahre alt und schon eine eigene Bar: Kim Bigler und Valentina Merz haben am Samstag den Werkhof 102 eröffnet.

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Obwohl das versprochene Frühlingswetter vorerst nicht in Sicht ist, sind die Tische vor dem Gebäude 102 an der Schwarztorstrasse gut besetzt. Hier hat am Samstag der Werkhof 102 eröffnet, halb Bar, halb Veranstaltungsort. Im Innenraum dominiert eleganter Industrie-Chic, Glühbirnen hängen von der Betondecke. Zur Eröffnung mit Konzerten und Performances sind viele Anwohnerinnen und Anwohner erschienen. Es sieht nach etwas aus, wofür der Mattenhof sonst nicht direkt berühmt ist: Eine lebendige Quartierszene.

Barbetrieb statt reisen

Hinter der Bar stehen zwei junge Frauen, die man für jobbende Studentinnen halten könnte. Kim Bigler und Valentina Merz, beide 20 Jahre alt, sind aber die Betreiberinnen des Werkhofs 102. «Seit der Matura arbeiten wir beide Vollzeit am Projekt Werkhof 102», sagt Bigler. Während andere nach dem Schulabschluss erst einmal reisen gehen, haben die beiden von der Betriebsbewilligung bis zum Hygienekonzept ihre Bar von auf die Beine gestellt – mit all den Schwierigkeiten, die das so beinhaltet. «Anfangs waren wir sicher naiv», sagt Bigler. «Wir mussten lernen, uns einzuschränken», stimmt ihre Geschäftspartnerin Valentina Merz zu. Aus dem Umfeld sei aber viel Unterstützung gekommen, vom Treuhänder, der just im selben Haus wohnt, bis zum Architekten, mit dem gemeinsam der Innenausbau geplant wurde.

Möglich geworden ist die Bar nicht zuletzt dank Valentina Merz' Vater, welcher der Bauherr der Wohnüberbauung Brunnmatt-Ost ist. Er stimmte zu, dass die beiden den Raum im Parterre übernehmen konnten, der vorher lange leer gestanden war. Es war ebenfalls Merz' Firma, die den beiden jungen Frauen das Darlehen für ihr Projekt gewährt hat, das sie nun schrittweise zurückzahlen werden. Die künftige Finanzierung soll sich halb aus dem Gewinn des Gastrobetriebes, halb aus den Mieteinnahmen als Veranstaltungsraum zusammensetzen, erklärt Bigler. Auf dem Programm stehen unter anderem bereits Tanz- und Yogakurse, aber auch ein Kochworkshop. Für die Unterstützung des Kulturprogramms sind die beiden Neo-Gastronominnen zudem auf der Suche nach Sponsoren.

Positiv in die Zukunft

Künftig wird die Bar jeweils von Mittwoch bis Sonntag offen sein, unter der Woche werden mittags auch vegetarische Mahlzeiten angeboten. Grösstenteils werden die beiden jungen Frauen selbst hinter den Kochtöpfen stehen, nur für die Mittagszeit sind Aushilfen im Stundenlohn angestellt. Auch die Administration erledigen sie selbst. Eine Mammutarbeit, für Bigler und Merz aber die «Erfüllung eines Traums», wie sie sagen. Dass der Standort zwischen Agglomeration und Zentrum für einen Gastrobetrieb nicht optimal ist, macht den Jungunternehmerinnen keine Sorgen. «Wir denken positiv», sagt Kim Bigler, «wir sind selbst gespannt, wie sich das entwickeln wird.»

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.04.2016, 17:32 Uhr

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