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Marcel Brülhart erhält kein Honorar

Schadensbegrenzung im Fall Gräve/Märki: Das Stadttheater Bern tritt der Kritik aus der Politik entgegen.

Für die Betreuung des Sanierungsprojektes erhielt Marcel Brülhart jedoch 15'000 Franken.
Für die Betreuung des Sanierungsprojektes erhielt Marcel Brülhart jedoch 15'000 Franken.
Keystone

Marcel Brülhart ist Vizepräsident der Stiftung Konzert Theater Bern (KTB), die das Stadttheater betreibt. Rechtsanwalt Brülhart ist aber auch der Jurist des Hauses. So führte er die Verhandlungen mit dem Anwalt der Schauspielchefin Stephanie Gräve, die im Konflikt mit Intendant Stephan Märki Anfang Jahr freigestellt worden war.

Gut 200'000 Franken beträgt ihre Entschädigung, auf die sich beide Parteien im Juli geeinigt haben. Zudem sollte Brülhart für seine Arbeit ein Honorar erhalten. «Diese Rechnung ist noch offen», erklärte Stiftungsratspräsident Benedikt Weibel damals; man werde sie im Stiftungsrat besprechen.

Offen, aber auch umstritten: Letzten Donnerstag hat Gisela Vollmer (SP) im Stadtrat zwei Vorstösse zum Stadttheater eingereicht. Sie verlangt eine bessere Vertretung von Frauen und Kultursachverständigen im Stiftungsrat, sie hält die Aufgabentrennung zwischen Stiftungsrat und Direktion für ungenügend – und sie erkundigt sich nach Brülharts Honorar. Seine «Vermischung» mehrerer Funktionen sei «problematisch», so Vollmer.

Jetzt tritt das Haus der Kritik entgegen: Marcel Brülhart werde keine Rechnung für seine Tätigkeit als Anwalt stellen, schreibt das Stadttheater in einer Mitteilung vom Wochenende. Das habe der Stiftungsrat vergangenen Dienstag «zur Kenntnis genommen».

Tatsächlich hatte Stiftungsratspräsident Weibel dem «Bund» im Juli erklärt, der Vize habe ein Honorar verdient. Nun lässt sich Weibel im Communiqué zitieren, er sei «nach wie vor der Meinung, dass Marcel Brülhart eine Entschädigung zustehen würde. Er sieht das aber anders. Das respektiere ich natürlich».

«Ungleich teurer»

Der Verzicht auf ein Honorar erfolge «wie gewohnt», erklärt das Stadttheater ausserdem: Brülhart vertrete und berate KTB juristisch seit 2012, und «bis heute hat er keinerlei Entschädigung für diese Dienstleistungen bezogen». Solche Aufträge extern zu vergeben – wie das Stadträtin Vollmer in ihrem Vorstoss erwartet – wäre schliesslich «ungleich teurer und zeitaufwendiger».

Gemäss früheren Angaben von KTB erhält lediglich der Präsident des siebenköpfigen Stiftungsrats eine Vergütung für sein Amt: 40'000 Franken jährlich. Ganz gratis ist aber auch die Arbeit des Vizepräsidenten nicht: Gemäss denselben Angaben hat Marcel Brülhart für die Betreuung des Sanierungsprojekts 15'000 Franken erhalten – als «Sonderabgeltung».

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