Mappamondo bleibt eine Beiz

Das einst beliebte Restaurant im Berner Länggassquartier ist jetzt leer geräumt. Geschlossen ist die Beiz seit fast genau einem Jahr. Die Eigentümerin kündigt für 2015 einen «nachhaltigen» Neubeginn an.

Im Restaurant Mappamondo wird 2015 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der frühere Betreiber hat die persönlichen Gegenstände Ende Oktober herausgeholt.

Im Restaurant Mappamondo wird 2015 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der frühere Betreiber hat die persönlichen Gegenstände Ende Oktober herausgeholt.

(Bild: Adrian Moser)

Markus Dütschler

Lange Zeit war das Mappamondo eine der beliebtesten und bekanntesten Beizen im Länggassquartier. Studierende der nahen Uni und viele sonstige Gäste verpflegten sich dort. Laut einem ehemaligen Angestellten machte die Beiz in ihren besten Zeiten bis zu 17'000 Franken Umsatz – pro Tag. Seit fast genau einem Jahr ist das Restaurant geschlossen. Hinter den Kulissen gab es ein Gerangel um unbezahlte Löhne und Sozialleistungen. Amtsstellen und Gerichte beugten sich über die Causa Mappamondo.

Probleme mit Untermieter

Als vor fünf Jahren die Firma Fairinvest – sie heisst jetzt Wimag Management AG – das Restaurant übernahm, schien alles auf guten Wegen zu sein. «Wir gingen davon aus, dass die Eigentümerin etwas Geld in die Liegenschaft investiert», sagt Wimag-Geschäftsführer Marco Wickart. Das passierte aber nicht, weshalb Wimag ausstieg und den Betrieb der Firma Riviera übertrug.

Ab dann knirschte es im Mappamondo-Gebälk. Die Umsätze brachen ein, Vorwürfe machten die Runde. Trauriger Höhepunkt war ein Pamphlet, das der offenbar völlig entnervte Riviera-Geschäftsführer Markus Wechsler an Medien und andere Interessierte verschickte: Er griff darin den Clan des aus Kosovo stammenden Beizenkönigs Isni Jemini an. Compagnon von Wechsler war aber nicht Isni, sondern Irfan Jemini. Wechsler erhob auch massive Vorwürfe gegen Statthalter Christoph Lerch. Der Statthalter hatte dem Betrieb die Bewilligung entzogen.

Einrichtung geräumt

Auf den 31. Oktober hat die ursprüngliche Mieterin Wimag das Lokal geräumt und die ihr gehörenden Einrichtungsgegenstände aus dem Mappamondo abtransportiert. «Die Übergabe ist sauber und problemlos verlaufen», sagt der Wimag-Geschäftsführer. «Wir sind draussen», sagt Wickart hörbar erleichtert, «jetzt ist wieder alleine die Eigentümerin zuständig.» Das Restaurant ist im Besitz der J. Hofweber und Cie. AG. Der Familie Hofweber gehört auch die Rugen-Brauerei.

Andrea Dähler-Hofweber sagt auf Anfrage, der Verwaltungsrat wolle das beliebte Restaurant wieder vermieten. Die Firma strebe «eine langfristige und nachhaltige Partnerschaft» an. Ziel sei es, «im ersten Quartal des neuen Jahres» eine «Erfolg versprechende Nachfolgelösung zu präsentieren».

Juristisches Nachspiel

Wechslers Tiraden haben ein juristisches Nachspiel. Lerch konnte die Vorwürfe nicht im Raum stehen lassen und klagte Wechsler ein. Es erging ein Strafbefehl, den Wechsler aber nicht akzeptierte, weshalb es nun im Dezember zu einer Hauptverhandlung kommt – mit Lerch als Privatkläger. Dann wird auch eine ganze Latte von Vorwürfen verhandelt, die nicht von Lerch stammen.

Wechslers Compagnon im Mappamondo, Irfan Jemini, ist jetzt in Basel tätig: Seine Frau Kaltrina Jemini betreibt dort die Pizzeria Bella Vita.

Der Bund

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