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Mann zückte Dolch in Verwaltungsgebäude

Aufregung an der Predigergasse: Die Polizei hat im Verwaltungsgebäude einen Mann mit einem Taser ausser Gefecht gesetzt und verhaftet. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei hat in der Predigergasse einen Mann abgeführt.
Die Polizei hat in der Predigergasse einen Mann abgeführt.
Adrian Müller
Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.
Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.
Adrian Müller
Der Mann war offenbar verwirrt.
Der Mann war offenbar verwirrt.
Adrian Müller
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Ein Mann hat am Mittwoch im Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz der Stadt Bern einen Dolch gezückt und sich geweigert, die Amtsstelle zu verlassen. Die Polizei musste eine Elektroschock-Pistole einsetzen, um den 55-Jährigen zu entwaffnen. Der Mann mit psychischen Problemen hatte sich am Mittwochmorgen kurz vor 9 Uhr am Schalter des städtischen Amtes an der Predigergasse aufgehalten, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte. Als die Polizei eintraf, zog er den Dolch hervor.

Der Mann, der sich zu jeder Zeit im Eingangsbereich aufhielt, verweigerte jegliche Kooperation und verhielt sich äusserst renitent, wie die Polizei schreibt. Obwohl die Polizisten vor Ort Pfefferspray einsetzten, konnten sie nicht zum Mann vordringen. Es mussten deshalb weitere Einsatzkräfte beigezogen werden.

Spezialkräfte der Kantonspolizei konnten den Mann schliesslich mittels Tasereinsatz entwaffnen und festnehmen. Er wurde danach zur Kontrolle in ein Spital gebracht und schliesslich einer geeigneten Institution zugeführt. Es handelte sich um einen Klienten, den das Amt seit Jahren betreut.

Keine unmittelbare Gefährdung

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Die Mitarbeitenden der Amtsstelle wurden im Zuge des Einsatzes unter Polizeischutz aus dem Gebäude begleitet. Im Einsatz standen mehrere Patrouillen und Spezialkräfte der Kantonspolizei Bern sowie ein Ambulanzteam. Eine Amtsperson war bei dem Vorfall nicht unmittelbar gefährdet. Die Mitarbeitenden befinden sich hinter Glasscheiben, wie Amtsleiterin Ester Meier Bühler auf Anfrage sagte. Dort waren sie geschützt.

Das Sicherheitsdispositiv habe sehr gut funktioniert, sagte Meier Bühler weiter. Dieses besteht darin, dass bei einem solchen Vorfall zunächst ein internes Sicherheitsteam in Einsatz tritt, bis die Polizei kommt. Dann übernimmt die Polizei. Am Nachmittag sollte noch ein Debriefing zu der Situation stattfinden. Eine solche Besprechung gebe es immer nach solchen Vorfällen, sagte Meier Bühler. Sie gehe davon aus, dass es keine Anpassung des Sicherheitsdispositivs brauche, da es gut funktioniert habe.

Zwischenfälle im Amt gebe es immer wieder, sagte Meier Bühler. Allerdings habe es in ihrer zwölfjährigen Amtszeit noch nie einen derartigen Vorfall gegeben.

Abklärung und Beistandschaft

Das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz ist das Kompetenzzentrum der Stadt Bern im Fachgebiet Abklärung und Beistandschaft. Im Auftrag der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Bern (KESB) wird das Amt tätig, wenn Erwachsene und Kinder nicht in der Lage sind, gewisse Angelegenheiten selbständig zu erledigen.

Im direkten Kontakt mit Betroffenen führt es Abklärungen etwa zur Frage durch, ob eine Beistandschaft nötig ist, wie Meier Bühler ausführte. Im Unterschied zur KESB ist das Amt «an der Front». Die KESB ist die Entscheidbehörde und hat ihren Standort in einem anderen Gebäude in Bern.

SDA/amü/zec/mer

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