Mann belästigt Teenager im Marzilibad

Zwischenfall im Aarebad: Ein Nigerianer soll drei Mädchen sexuell belästigt haben. Die Polizei spricht von Einzelfall.

Im Marzili sollen drei Mädchen von einem Mann sexuell belästigt worden sein.

Im Marzili sollen drei Mädchen von einem Mann sexuell belästigt worden sein.

(Bild: Valérie Chételat (Archiv))

Adrian Müller@mueller_adrian

Polizisten führten am vergangen Dienstag im Marzilibad einen Nigerianer ab. Der 25-jährige Mann soll zuvor im Nichtschwimmerbecken drei Mädchen im Teenageralter sexuell belästigt haben. «Eines der Mädchen hat den Bademeister gerufen, worauf dieser die Polizei alarmierte», sagt Kapo-Sprecherin Regina Aeberli zum «Bund». Die Badeaufsicht habe darauf den mutmasslichen Täter bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Betatschen, ­anstarren, entblössen? Was genau im Becken vorgefallen ist, ist noch nicht klar: «Die Ermittlungen laufen wegen sexueller Belästigung», so Aeberli. Der Mann müsse mit einer Anzeige rechnen. Der Aufenthaltsstatus des Nigerianers ist unklar. Die Polizei macht dazu keine Angaben.

«Der Fall zeigt, dass unsere Badeaufsicht funktioniert», sagt Marzilibad-Chef Beat Wüthrich. In den letzten Tagen strömten Zehntausende Menschen in das Aarebad. Dementsprechend gedrängt gings auch in den Schwimm­becken zu und her. «Frauen sollen sich sofort bei uns melden, wenn sich jemand aufdringlich verhält», so Wüthrich weiter. Die Mädchen hätten im aktuellen Fall vorbildlich reagiert, sagt Polizeisprecherin Aeberli. «Bei Belästigungen sollen Frauen klar zeigen, dass sie den Kontakt nicht wollen und notfalls um Hilfe rufen.» Möglichen Zeugen rät sie, genau hinzuschauen und die Badeaufsicht oder die Polizei zu alarmieren.

Polizei spricht von Einzelfall

Das Marzilibad ist während der Sommertage der Anziehungspunkt Berns. Sexuelle Übergriffe sind aber offenbar selten – obwohl man von einer Dunkelziffer ausgehen kann. Wüthrich hat in seinen vier Jahren als Badi-Chef keinen vergleichbaren Fall von sexueller Belästigung erlebt. Auch die Polizei geht derzeit von einem Einzelfall aus. «Uns sind aktuell keine weiteren derartigen Übergriffe bekannt», so Aeberli. In Deutschland und Schweden ist es in den letzten Monaten laut Medien­berichten vermehrt zu sexuellen Übergriffen in Freibädern gekommen. Ein verhältnismässig hoher Anteil ging ­offenbar auf das Konto von Zuwanderern. In den Berner Bädern ist man weit von solchen Zuständen entfernt. «Im Moment haben wir keine Probleme», sagt Mario Ammann, Leiter des Berner Wylerbads. Viele Asylbewerber der nahe gelegenen Unterkunft Viktoria frequentieren die Gratisbadi. Wie das Wylerbad beschäftigt auch das Marzili seit Anfang Juli Asyl­suchende, die Flüchtlingen die Bade­regeln erklären und vor Gefahren beim Schwimmen warnen. Laut Wüthrich gehört es aber nicht zu deren Aufgabenbereich, Leute bei Belästigungen anzusprechen. Dazu sei die Badeaufsicht da. Die Stadt hat das Projekt lanciert, weil sich aufgrund der grossen Flüchtlingsströme heuer mehr Asyl­suchende als sonst in den Freibädern aufhalten. Auch in der Badi Köniz – einer der grössten der Region – spricht man von einem ruhigen Sommer. «Wir kämpfen wie jedes Jahr mit Littering und unflätigen Besuchern», sagt Anlagenchef Pascal Blatter.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt