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Stephan Märki spricht über Gräves Abgang

Stephan Märki, Direktor von Konzert Theater Bern, spricht erstmals über die inhaltlichen Differenzen, die mit zur Absetzung der Schauspielchefin Stephanie Gräve führten.

«Es gibt keine Havarie zu vermelden»: Stephan Märki.
«Es gibt keine Havarie zu vermelden»: Stephan Märki.
Adrian Moser

Anlässlich der Spielplan-Präsentation des Kubus am Freitag hat der Intendant des Stadttheaters (KTB), Stephan Märki, erstmal im Ansatz Stellung zu den Details über die «inhaltlichen Differenzen» genommen, welche zur Freistellung von Schauspielleiterin Stephanie Gräve führten.

Gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF sagte Märki: «Es gab und gibt ja eine grosse Kooperation mit Kirchen. Aber ich bin nicht der Meinung, dass das Theater die Aufgabe hat, Antworten auf die grossen Menschheitsfragen zu geben. Im Gegenteil: Ich bin der Meinung, Theater hat Fragen zu stellen.»

Die intensivierte Kooperation mit den Kirchgemeinden war ein zentrales Projekt Gräves. Das Angebot der Veranstaltungen unter dem Motto «Glauben & Zweifel» wurde unter Gräve verzehnfacht, wie sie im Dezember in einem Gespräch mit dem «Bund» sagte. «Theater und Kirche haben sehr viel gemeinsam», sagte Gräve damals, «wir treten ja an, die grossen Menschheitsfragen zu beantworten, und das versucht die Kirche auch.»

Offenbar gibt es weitere Gründe für Gräves Freistellung, diese lässt Märki aber auch gegenüber SRF weiterhin im Dunkeln: «Wenn man zu so einer harten Entscheidung kommt, gehen dem immer viele einzelne Dinge voran, die in der Summe dann zu so einer Entscheidung führen. Diese möchte ich aber im Detail öffentlich nicht kommentieren.»

Schauspieldirektorin Gräve musste letzte Woche nach nur einer halben Saison den Hut nehmen - laut Theaterangaben wegen inhaltlicher und strategischer Differenzen mit Märki.

«Kein übermächtiger Intendant»

Gegenüber der Nachrichtenagentur sda nahm Märki auch Stellung zum Artikel im «Bund», in dem die Frage aufgeworfen wurde, ob gewachsene Machtansprüche des Intendanten zur Freistellung geführt hätten.

Diese Vorwürfe an seine Adresse wies Märki zurück. Das Image des «übermächtigen Intendanten» treffe nicht zu. Er kenne kein anderes Theater, das «so intensiv von einer Aufsicht begleitet wird», sagte Märki. Das Leitungsorgan sei breit aufgestellt, man schreibe seit vier Jahren schwarze Zahlen und verzeichne steigende Publikumszahlen. «Es gibt keine Havarie zu vermelden.»

Der KTB-Stiftungsrat, der Gräves Freistellung genehmigt hatte, wollte die Öffentlichkeit bislang nicht weiter über die Gründe der Absetzung informieren.

Thema im Stadtrat

Das Schweigen des Stiftungsrates hat inzwischen auch Politiker auf den Plan gerufen.Als Subventionsgeber habe die Bevölkerung der Stadt Bern ein Interesse an einem geordneten Betrieb des KTB und an Transparenz, schreibt GFL-Stadträtin Daniela Lutz-Beck in einer am Donnerstag eingereichten Kleinen Anfrage an den Gemeinderat.

Die Forderung nach Transparenz wird auch in einer Online-Petition erhoben. Allerdings wollen die Urheber der Aktion selber anonym bleiben. Sie fordern eine «eingehende Untersuchung», in der auch die Rolle des Stiftungsrates unter die Lupe genommen werden solle. Bis dahin solle die «erfolgreiche» Schauspieldirektorin Stephanie Gräve im Amt bleiben.

SDA/hjo/zec

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