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Loeb stösst Musikhaus Krompholz ab

Die Berner Warenhausgruppe Loeb trennt sich von Krompholz. Das Musikhaus wird im Rahmen eines Management-Buy-outs vom Geschäftsführer Alexander Steinegger übernommen, wie Loeb am Dienstag mitteilte. Krompholz war für Loeb bis zuletzt ein Verlustgeschäft.

Verlustgeschäft: Die Berner Warenhausgruppe Loeb trennt sich von Krompholz.
Verlustgeschäft: Die Berner Warenhausgruppe Loeb trennt sich von Krompholz.
Adrian Moser (Archiv)

Das traditionsreiche Musikhaus wird im Rahmen eines Management-Buy-outs vom Geschäftsführer Alexander Steinegger übernommen, wie Loeb am Dienstag mitteilte. Krompholz war für Loeb bis zuletzt ein Verlustgeschäft. «Wir waren aber nicht aktiv auf der Suche nach einem Käufer», betonte Loeb-Sprecherin Nicole Studer auf Anfrage. Vielmehr habe Geschäftsführer Steinegger ein Übernahme-Angebot gemacht.

Darauf sei Loeb eingegangen, «weil es ein strategisch guter Zeitpunkt war». Schliesslich habe man mit der eigenen Expansionsstrategie viel zu tun. Johann Georg Krompholz gründete das Geschäft im Jahr 1855. Seit 1990 gehörte das Musikhaus zu Loeb. Der neue Eigentümer Alexander Steinegger übernimmt Krompholz und 16 Angestellte per 1. Oktober.

Mit dem Besitzerwechsel ist auch ein Umzug verbunden - von der Spitalgasse an die Effingerstrasse 53. Dort wird Krompholz akustische und elektronische Tasten- und Saiteninstrumente sowie Noten verkaufen. Auch die Klavierwerkstatt bleibt erhalten. Verzichten wird Krompholz hingegen künftig auf den Verkauf von Streichinstrumenten.

Millionen-Abschreibung

Für Loeb führt der Krompholz-Verkauf zu einer Sonderabschreibung auf dem Warenlager in der Höhe von rund einer Million Franken. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Firmenchefin Nicole Loeb hatte in diesem Frühling eingeräumt, Krompholz schreibe noch immer rote Zahlen. Sie gab dem Musikhaus «vielleicht drei, vielleicht fünf Jahre», um aus der Verlustzone zu kommen. Das CD-Geschäft wurde aufgegeben, Krompholz konzentriert sich seither auf den Verkauf von Instrumenten und Noten.

Doch auch das sei ein «schwieriges Geschäft», sagte Loeb im März. Ein Problem sei etwa das «Showrooming»: Der Kunde testet bei Krompholz verschiedene Instrumente, den Kauf aber tätigt er im Internet. Erst 2013 wurde Krompholz umfassend restrukturiert. Dabei wurde auch ein Drittel der Stellen gestrichen. Die roten Zahlen blieben, wenngleich der operative Verlust deutlich reduziert werden konnte.

Warenhäuser und Stores

Die Loeb Holding AG kann sich nun auf ihre vier Warenhäuser, die Stores, das Maggs-Konzept und die Immobiliensparte konzentrieren. Bei den Lifestyle-Läden namens «Maggs» verfolgt Loeb ebenso eine Expansionsstrategie wie bei den Monolabel-Läden, wo nur die Produkte eines bestimmten Herstellers verkauft werden. Was aus dem bisherigen «Krompholz-Haus» an der Spitalgasse wird, ist noch nicht entschieden. «Wir machen uns nun auf die Suche nach einem Nachmieter», sagte Studer. Dass Loeb die Liegenschaft an bester Lage selber nutzen könnte, wollte sie aber nicht ausschliessen. «Wir halten alle Optionen offen.»

SDA/gbl

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