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Leserbriefe: «Dafür braucht es keine halbe Million Franken pro Jahr»

Leserbriefschreiber nehmen Stellung zum Ende der «Zwangsmitgliedschaft» in der SUB, der «StudentInnenschaft Uni Bern».

Zum allerersten Mal muss ich Thomas Fuchs recht geben. Die SUB verfügt über ein Budget von rund einer halben Million Franken im Jahr, und man muss sich in der Tat fragen, was neben den beiden unbestritten sinnvollen und notwendigen Bereichen Wohnungs- und Stellenvermittlung mit dem ganzen Geld gemacht wird.

In meiner eigenen Studienzeit habe ich erlebt, dass sich der allergrösste Teil der Studierenden nicht im Geringsten für die SUB und das Uniparlament interessierte; an den Wahlen nahm jeweils ein sehr kleiner Prozentsatz der Studierenden überhaupt teil. Die «demokratische Legitimierung» erscheint so in einem anderen Licht. Dass so viele nicht ausgetreten sind, lässt sich mit derselben Bequemlichkeit erklären, wegen der unzählige Leute jeweils ihre Krankenkasse nicht wechseln, obwohl sie jährlich ein Vielfaches des SUB-Beitrages sparen könnten. Fazit: Sicher 99 Prozent der Studierenden kommen mit der SUB nie in Kontakt ausser in den Bereichen Wohnungs- und Stellenvermittlung, und dafür braucht man keine halbe Million Franken jedes Jahr.

Mathias Geiser, Bern

«Linksgruppierung mit Zwangsmitgliedschaft

Um was es geht: Als Student der Universität Bern ist man automatisch Zwangsmitglied in der SUB («StudentInnenschaft Uni Bern»). Es ist in etwa so, wie wenn Sie von Geburt an Mitglied im Porsche-Club wären und Ihnen dafür jedes Jahr automatisch 5000 Franken von Ihrem Einkommen abgezogen würden. Wenn Sie aus diesem Porsche-Club austreten möchten, müssten Sie dies in einem komplizierten Prozedere mit einem eingeschriebenen Brief tun.

Selbstverständlich bietet Ihnen der Porsche-Club viele (zweifelhafte) Vorteile, wie es auch die SUB tut. Nun ist es aber so, dass jeder (zu Recht!) selber wählen darf, ob er im Porsche-Club Mitglied sein will oder nicht. Genau gleich soll es zukünftig auch bei der SUB sein, indem man lediglich ein Kreuzchen setzen muss. Insofern ist es ein fortschrittlicher Entscheid, dass der Grossrat diese ewig gestrige Zwangsmitgliedschaft aufgehoben hat.

Nebenbei bemerkt: Genauso undemokratisch wie ein Prosche-Club ist auch die SUB mit nicht einmal 17 Prozent Stimmbeteiligung.

Oliver Christen, Biel/Bienne

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