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Leserbrief: Überflüssige KVA aufgezwungen

Aus folgenden Gründen war für mich von Anfang an klar, dass die KVA Thun viel mehr verbrennen kann, als die 100?000 t/a, die im Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) angegeben wurden:

Auf Seite 19 im UVB rechnete man mit einer Jahresbetriebsdauer von nur 8000 Stunden. (Bereits damals rechnete das Buwal für neue Anlagen mit 8500 Stunden Verfügbarkeit pro Jahr.) Mit Recht, sieht man doch, dass für Revisionen der KVA Thun viel weniger Zeit benötigt wird. Wenn die Kapazität bereits damals mit 8500 Stunden berechnet worden wäre, hätte daraus eine Kapazität von 111?775 t/a resultiert.

Der Heizwert wurde mit 3,5 MWh/t angegeben (sehr hoch, verglichen mit anderen Anlagen). Man konnte sich bereits damals ausrechnen, dass der Heizwert viel tiefer sein würde, weil geplant war, dass entwässerter Klärschlamm in der KVA entsorgt werden sollte. Hätte man mit einem Heizwert von 2,9 MWh/t gerechnet, wären wir bei einer Kapazität von 134?895 t/a gewesen.

Wenn der Regierungsrat heute behauptet, erst die Praxis habe gezeigt, dass die thermische Leistung der KVA Thun viel grösser ist, ist dies wenig glaubwürdig. Es ist ein trauriges Kapitel, wie der Thuner Bevölkerung diese überflüssige KVA aufgezwungen wurde. Bezüglich Luftbelastung stellen sich auch einige Fragen. Nach meinen Informationen werden gerade die giftigsten Stoffe wie Schwermetalle (Blei, Kupfer, Cadmium, Zink . . .), die sich im Boden anreichern, sowie Dioxin nicht permanent gemessen. Warum werden eigentlich die Garantiewerte für den Schadstoffausstoss durch die KVA nicht nach unten angepasst – wenn sie ja dermassen sauber ist? Soweit mir bekannt ist, liegt Thun im Massnahmenplangebiet für Luft und Lärm, deshalb ist es zwingend nötig, dass die KVA Thun die Überbauungsordnung unter Aufsicht des Regierungsrates ohne Kapazitäts-Anpassung umsetzt.

Margit Rauber, Oey

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