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Leserbrief: «Fünfeinhalb Stunden verbraten»

Ein Leserbriefschreiber fordert ein Parlament in Wohlen und keine Gemeindeversammlungen mehr.

Über 700 Personen haben sich für die Gemeindeversammlung vom 1. Dezember in die Turnhalle Wohlen bemüht. Geschätzte 400 waren es noch am Schluss, um 00h20. Die Ortsplanung ist offensichtlich ein Thema, das die Leute bewegt. So positiv dieses Interesse zu werten ist, so gilt es doch, einige Feststellungen zu machen.

Trotz dieses Grossaufmarsches waren nur wenig mehr als 10% der stimmberechtigten Bevölkerung vertreten. Oder umgekehrt: Fast 90% der Stimmberechtigten haben sich nicht geäussert.

Schätzungsweise 95% der Anwesenden wussten von Anfang an, wie sie stimmen würden. Ein wirklicher Meinungsbildungsprozess hat an dieser Versammlung nicht stattgefunden.

Die Versammlung hat vielen Vertreterinnen und Vertretern von Partikularinteressen eine Plattform geboten, sich ausgiebig zu äussern. Da wurden Empfindlichkeiten von Erbengemeinschaften ausgebreitet. Da kamen alle notorischen Besserwisser und Weltverbesserer zum Zug. Da wurde die Gelegenheit rege benützt, dem Gemeinderat eins auszuwischen.

Der Versammlungsleiter stand vor einer schier unlösbaren Aufgabe.

Das Fazit ist klar: Obwohl mehrere hundert Leute an diesem Abend fast 5 ½ Stunden verbraten haben, bleibt ein mehr als nur ungutes Gefühl zurück.

Eine Gemeindeversammlung ist mit einem so hochkomplexen Geschäft, wie es eine Ortsplanungsrevision darstellt, schlicht und einfach überfordert.

Solche Abstimmungen gehören an die Urne. Und: Es ist Zeit für ein Parlament in Wohlen.

Martin Lachat, Hinterkappelen

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