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Leserbrief: Einheitspolizei ade!

Ein Leserbriefschreiber erklärt die Einheitspolizei für gescheitert.

Nach knapp einem Jahr, seit der Einführung der Einheitspolizei im Kanton, wird durch die Hintertüre wieder eine halbe Ortspolizei eingeführt. Die vor einem Jahr von allen Politikern und der Leitung der Kantonspolizei durch alle Böden hindurch gelobte Einheitspolizei ist somit passé.Für den Insider ist dies keine Überraschung. Der Stimmbürger hat ohne es zu merken einem dubiosen Polizeigesetz zugestimmt. Das Gesetz beliess die Gemeinden in der Pflicht, selbstständig für die Aufgaben der Sicherheits- und Verkehrspolizei auf dem Gemeindegebiet zu sorgen.Die Absicht von Seiten des Kantons war, die Gemeinden mittels Verträgen zu binden, wenn einzelne Aufgaben von Seiten der Kantonspolizei übernommen werden. So werden heute von den Städten und den grösseren Gemeinden namhafte finanzielle Beträge geleistet.So bezahlt die Gemeinde Nidau mit knapp 7000 Einwohnern jährlich den Betrag von 235 000 Franken. Bei einer wirklichen Einheitspolizei gehören alle polizeilichen Aufgaben in deren Bereich und sind über die Kantonsfinanzen abzuwickeln.Ich bin als Erster bereit, dafür höhere Kantonssteuern zu bezahlen. Die Stadt- und Gemeindepolizisten wurden mehrheitlich in das grosse bernische Kantonspolizeikorps integriert und wie von einem trockenen Schwamm aufgesogen, und das Korps ist nach wie vor unterdotiert. Die Kantonspolizei leistet, ohne zusätzliche Entschädigungen, wöchentlich mehrmals äusserst frustrierende und gefährliche Einsätze bei unseren Sportstadien. Diese Leute fehlen über die Woche an allen Ecken und Enden und die versprochene Grundversorgung ist gefährdet.Zu allen diesen Missständen ist die Kantonspolizei Bern schweizweit eine der am schlechtesten bezahlten Polizeien. Dies wird sich auf die kommenden Rekrutierungen auswirken und dem Kanton Bern werden in den nächsten Jahren, intelligente, psychisch und physisch stabile sowie charakterstarke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen. Hier ist nun die Politik gefordert, dass diese Entwicklung nicht fortschreitet.Man sagt: Jedes Volk habe die Politiker, die es verdiene. Wir Berner und Bernerinnen haben aber diese nicht verdient. Ich rufe alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auf, bei den nächsten Wahlen hier korrigierend einzuwirken.Es ist für einen pensionierten Polizeibeamten nach 40-jähriger Dienstzeit frustrierend, mit ansehen zu müssen, wie die bernische Polizei langsam vor die Hunde geht. Roland Rutishauser, Nidau

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