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Leicht gehaltenes Versprechen

Auf Twitter wird gerne mal behauptet. Praktisch ist, wenn ein spontanes Wahlversprechen sich von selbst erfüllt – wie beim Berner Stadtpräsidenten und seinem «Aare-Stägli».

Repariert, wie es ohnehin geplant war: Die Aaretreppe beim Schulhaus Schönau.
Repariert, wie es ohnehin geplant war: Die Aaretreppe beim Schulhaus Schönau.
Adrian Moser

Er stolperte, er rutschte, er fror: Am traditionellen Zibeleschwümme im vergangenen November hatte Alec von Graffenried sichtlich Mühe, aus dem Fluss zu kommen. Kein Wunder, war die Aaretreppe auf Höhe des Sportplatzes Schönau doch auch arg lädiert. «Wenn ich Stapi werde, gibt es ein neues ‹Stägli›!», twitterte der damalige Stadtpräsidiumskandidat daraufhin zusammen mit einem Beweisvideo seines winterlichen Aareschwumms.

Wenn das kein Wahlversprechen ist: Datum des Tweets ist der 27. November, es war der erste Wahlgang im Kampf ums Stadtpräsidiumsamt, den von Graffenried (GFL) schliesslich am 15. Januar für sich entschied.

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Mit Wahlversprechen ist es so eine Sache. In der Hitze des Wahlkampfes wird schnell angekündigt, was dann nicht eingehalten werden kann. In Bern ist der Wahlkampf vorbei, dafür herrscht endlich eine andere Hitze: die Sommerhitze. Am Auffahrtswochenende wird es heiss, verspricht Meteorologe Nicola Möckli von Meteonews. «28 bis 30 Grad könnten es schon werden.» Da lockt auch der Sprung in die Aare. Was ist also aus dem versprochenen neuen «Aare-Stägli» geworden? «Längst repariert», winkt von Graffenried ab. «Ich wusste doch, dass ich an diesem ‹Stägli› gemessen werde.»

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Ein Politiker, der seine Versprechen hält – beeindruckend. Oder auch nicht: Denn mit der Reparatur hatte von Graffenried nichts zu tun, wie er selbst ergänzt. Die Treppe wurde – wie alle Ausstiege zwischen Dalmazibrücke und Schönausteg – im Rahmen der normalen Unterhaltsarbeiten geflickt, bestätigt Hans-Peter Wyss, Leiter des Tiefbauamts. Bis nächsten Sommer werden auch die roten Handläufe ersetzt.

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Ausgetestet hat von Graffenried die Treppe noch nicht, wie er sagt. Doch auch wenn der Ausstieg nun stolperfrei bewältigbar ist, gehört etwas Frieren immer noch dazu: Laut den Meteorologen braucht es mehr als ein heisses Wochenende, damit die Aare deutlich wärmer als die aktuellen 14 Grad wird

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