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Lehrer mit Porno-Websites blitzt vor Verwaltungsgericht ab

Die bernische Erziehungsdirektion hat einem Lehrer, der Porno-Websites betrieb, zu Recht die Unterrichtsbefugnis entzogen: Zu diesem Schluss kommt das Verwaltungsgericht.

Der fragliche Pädagoge ist kein Unbekannter: Er verlor 1993 schon einmal das Primarlehrerpatent, weil er in Zeitschriften sexuelle Erlebnisse mit Kindern befürwortet hatte. Sieben Jahre später kam die Erziehungsdirektion zum Schluss, der Mann habe sich gebessert. Deshalb wurde er wieder als Lehrer zugelassen.

Im September 2010 war endgültig Schluss: Der Kanton entzog dem Mann die Unterrichtsberechtigung, nachdem zwei Schulen ihn gefeuert hatten. Sie hatten herausgefunden, dass der Lehrer zwei Porno-Websites betrieben hatte.

Auf den freizügig geschmückten Websites suchte der Mann unter anderem Gespielinnen für Gruppensex-Partys und «Onanie-Lehrerinnen». Für ausschweifende «Gangbangs» stellte er zuerst eine Saunalandschaft in Zofingen zur Verfügung, später ein «Liebeszimmer» in Biel, wobei die Frauen bisweilen Geld erhielten.

Dass ihm wegen dieser Aktivitäten das Lehrerpatent entzogen wurde, wollte der Mann nicht hinnehmen. Er machte in seiner Beschwerde unter anderem geltend, das ihm zur Last gelegte Verhalten sei nicht strafbar und von rein privater Natur – es habe also nichts mit dem Lehrerjob zu tun.

Hohe Anforderungen

Anderer Meinung war das Verwaltungsgericht. Der Entzug der Unterrichtsbefugnis sei nicht Reaktion auf die persönliche Sexualität des Beschwerdeführers, sondern auf die Art und Weise, wie er sie ausgelebt habe.

Von Lehrkräften werde erwartet, «dass sie sich ihrer Verantwortung als Autoritätspersonen auch im ausserschulischen Bereich bewusst sind und sich ihrer Stellung entsprechend verhalten».

Fehlendes Vertrauen

An der Schule gebe es unter anderem auch Sexualerziehung. Dabei würden nicht nur biologische, sondern auch zwischenmenschliche, ethische und gesellschaftlich-kulturelle Aspekte unterrichtet.

Die Erziehungsdirektion wolle deshalb zu Recht nur Personen zum Lehrerberuf zulassen, denen sie vertraue. Auch die Eltern dürften in Anspruch nehmen, dass sie den Lehrkräften ihrer Kinder vertrauen könnten.

Dass das Verhalten des Beschwerdeführers nicht strafbar gewesen sei, reiche deshalb nicht aus, um das Patent zu behalten. Der Berufsauftrag eines Lehrers bringe Anforderungen mit sich, «die über die Einhaltung der im Strafgesetzbuch umgesetzten minimalen gesellschaftlichen Verhaltensgrundsätze hinausgehen».

«Dramatische Konsequenzen»

Der Mann hatte in seiner Eingabe ans Gericht auch geltend gemacht, der Entzug der Unterrichtsbefugnis brächte «dramatische Konsequenzen» mit sich: Er habe seit zehn Jahren ausschliesslich von seiner Lehrtätigkeit gelebt und könne in seinem Alter keine Anstellung mehr finden.

Das Verwaltungsgericht liess sich auch davon nicht beeindrucken. Dem Mann sei es unbenommen, sich auf Stellen ausserhalb der Unterrichtstätigkeit auf Volksschulstufe zu bewerben.

Ausserdem seien noch andere Jobs denkbar. Schliesslich habe der Mann ursprünglich Theologie studiert. Daher sei in Zukunft eine Tätigkeit «im weiteren theologischen Bereich denkbar».

SDA/bs

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