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Landschaftschutz geht vors Bundesverwaltungsgericht

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der Berner Heimatschutz beschweren sich beim Bundesverwaltungsgericht gegen den geplanten Umfahrungstunnel des Bielerseedorfs Twann.

Der Durchgangsverkehr in Twann. (Adrian Moser)
Der Durchgangsverkehr in Twann. (Adrian Moser)

Die beiden Organisationen fordern Änderungen am Ostportal.

Sie seien nicht gegen den Tunnel, beteuerten Vertreter am Donnerstag in Biel an einer Medienkonferenz. Für das Ostportal des Tunnels werde aber auf 400 Metern Länge und bis zu 30 Metern Breite ein «gewaltiger Eingriff» in die mehrfach geschützte Bielersee-Landschaft geplant.

Schon beim Bau dieser Strasse - der Nationalstrasse N5 - entlang dem Bielersee sei in den 1970er Jahren eine der grössten Bausünden der Schweiz begangen worden. Nun brauche es endlich ein Gesamtkonzept für alle Verkehrsanlagen am linken Bielerseeufer. Sonst entstehe dieses hässliche Tunnelportal bei Twann und später bei Vingelz ein zweites.

Die Stiftung Landschaftsschutz und der Berner Heimatschutz hätten gern einen in die Erde versenkten Tunneleingang. In Neuenburg sei es gelungen, beim Bau der Autobahn eine landschaftsverträgliche Lösung zu finden.

Visualisierungen publiziert

Der Berner Heimatschutz vertritt in der Beschwerde die nationale Dachorganisation. Er und die Stiftung Landschaftsschutz werden unterstützt vom regionalen Landschaftsschutzverein «netzwerk bielersee» mit seinen 1300 Mitgliedern.

Auf ihren Internetseitenhaben die drei Organisationen von ihnen in Auftrag gegebene Visualisierungen des Tunnel-Ostportals publiziert. Die Baupläne seien nämlich schönfärberisch. Selbst wenn die Reblandschaft nach Ende der Bauarbeiten künstlich wiederhergestellt werde, bleibe eine von weit her sichtbare Narbe.

Der Bauberater des Berner Heimatschutzes, Martin Ernst, wies auch auf eine Lärmschutzwand hin, die geplant ist. Diese 740 Meter lange und bis zu 5 Meter hohe Mauer werde sowohl vom See her wie auch von der Strasse her die Sicht auf die Umgebung stark einschränken.

Uvek genehmigte Pläne im Oktober

Die Beschwerde richtet sich gegen die Genehmigung des Ausführungsprojekts durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Dieses genehmigte die Pläne von Kanton Bern und Bundesamt für Strassen (ASTRA) im vergangenen Oktober.

Die neue Röhre soll den bestehenden Umfahrungstunnel des Dorfs Ligerz um 1,8 Kilometer verlängern. Die Kosten wurden anlässlich der öffentlichen Auflage des Projekts im Jahr 2007 mit 160 Millionen Franken angegeben.

Der Landschaftsschutz, der Heimatschutz und «netwerk bielersee» hatten schon Einsprache gegen das Projekt erhoben, der regionale Verein ist nun nicht mehr beschwerdeberechtigt.

Organisationen kritisieren Heimatschutzkommission

Laut den drei Organisationen spricht auch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) in einem Gutachten von einer schwer wiegenden Beeinträchtigung der Landschaft und einem massiven Eingriff. Gutachten dieser Kommission wiegen bei solchen Projekten jeweils schwer.

Die ENHK erachte aber die Eingriffe beim Ostportal als zulässig, weil sie aufgrund von Rückbaumassnahmen in Twann kompensiert würden, hiess es am Donnerstag. Die drei Organisationen kritisieren dies. Eine solche Kompensation sei «nicht rechtskonform».

Der Gemeindepräsident von Twann-Tüscherz, Alfred Schweizer, sagte vor den Medien, auch die Exekutive dieser Gemeinde fordere eine Gesamtplanung. Den Tunnel brauche es. Schade sei, dass der Kanton Bern in den 1990er Jahren ein baureifes Projekt mit bereinigten Einsprachen schubladisiert habe. Jede Verzögerung sei schade.

(SDA)

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