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Länggass-Tram in der Warteschlaufe

Kanton verschiebt den Entscheid über das Tramprojekt um einige Jahre.

Ob auch in die Länggassse ein Tram fahren wird, wird erst später entschieden.
Ob auch in die Länggassse ein Tram fahren wird, wird erst später entschieden.
Franziska Rothenbühler

Der Kanton Bern ist sich nicht mehr so sicher, ob das Berner Länggassquartier in einigen Jahren wirklich durch ein Tram erschlossen werden soll. Nach der Mitwirkung zur Zweckmässigkeitsbeurteilung Wyler-Länggasse hat er beschlossen, vorerst mit einem Entscheid zuzuwarten.

Wie die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion am Dienstag mitteilte, finden zwar die Fachleute des Kantons den Bau des Länggasstrams weiterhin nötig. Dies aufgrund der Verkehrsprognosen. Gemäss ihnen wird die Zahl der Passagiere auf dem Länggassast der Bernmobil-Linie Nummer 12 stark ansteigen.

In der Mitwirkung ist diese Verkehrsprognose aber von verschiedenen Seiten angezweifelt worden. Deshalb will der Kanton vor einem Entscheid die Verkehrsentwicklung in der Länggasse genau verfolgen. Er geht davon aus, dass in ein paar Jahren «solide Grundlagen für einen Grundsatzentscheid» zum Tram zur Verfügung stehen. Erst dann wird über den Start von Planungsarbeiten entschieden.

Tram «nur im Kühlschrank»

Eine grosse Rolle dürfte gespielt haben, dass die rot-grünen Stadtparteien sich kritisch zum Länggasstram geäussert hatten. Sie hatten bisher neue Tramprojekte stets unterstützt. In diesem Fall äusserten sie jedoch Zweifel, ob ein Tram für die eher kurze Linie das richtige Verkehrsmittel sei. Zuerst müsse der Velo- und Fussverkehr gefördert werden.

Für den neuen Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus (SVP) ist das Tramprojekt aber noch nicht gestorben. «Wir legen es nicht auf Eis, sondern nur kurz in den Kühlschrank», sagt er auf Anfrage. In zwei bis drei Jahren werde man genauer wissen, wie sich die ÖV-Nachfrage und die politische Haltung zum Tram weiterentwickelt habe. Dann werde der Grundsatzentscheid gefällt.

Die Bernmobil-Buslinie 20 (Bern Hauptbahnhof – Wankdorf Bahnhof) ist bereits heute überlastet. Seit einigen Wochen setzt Bernmobil auf dieser Linie Doppelgelenkbusse ein. In der Mitwirkung gut an kam der Vorschlag, die Line 20 und den Länggassast der Bernmobil-Linie 12 zusammenzuhängen und auf dieser neuen Durchmesserlinie Doppelgelenkbusse einzusetzen. Ab dem Fahrplanwechsel 2019 werden deshalb solche Busse von der Länggasse via Hauptbahnhof Bern bis ins Wankdorfquartier fahren.

SDA/st

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