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Kurz frottiert: Wir segeln 
im Morgen
grauen

Die Navy machts vor: Bei einem späteren Unterrichtsbeginn sind die Leistungen angeblich höher.

Bereits um 7.30 Uhr mit der Schule zu beginnen, kann ganz schön hart sein – für alle Betroffenen, von den Eltern über die Kinder bis zu den Lehrern, nicht zu vergessen die Abwarte. Die städtische Schuldirektion von Franziska Teuscher (GB) hat das Problem der morgendlichen Müdigkeit erkannt und will, dass der Unterricht für Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse nicht mehr um halb acht, sondern erst später beginnt (siehe auch «Bund» vom Samstag). Bei einem späteren Unterrichtsbeginn seien die Leistungen signifikant höher, gab der Stadtberner Gesundheitsdienst bekannt. Das hätten wissenschaftliche Studien ergeben. Dabei nimmt man Bezug auf Untersuchungen an 17- bis 19-jährigen Rekruten der US Navy. Klingt reichlich absurd. Biorhythmus im Eimer

Soweit ich informiert bin, sind Kinder der 7. Klasse schätzungsweise 13-jährig und nicht 17- bis 19-jährig, sie schlafen auch nicht in Schlafsälen in Baracken, sondern meist in Einzel- oder Zweierzimmern. Auch gibt es keinen Feldwebel, der das Licht löscht oder die Navy-Hymne vorsingt: «Den Anker gelichtet, meine Knaben, wir segeln im Morgengrauen!» Zu früheren Zeiten mussten die US Rekruten schon um 04.00 Uhr aufstehen, später dann um 06.00 Uhr. Den Rekruten wurden zwei Stunden Schlaf mehr gewährt. 06.00 Uhr würde für den Unterrichtsbeginn um 07.30 ja füglich reichen. Um 04.00 dagegen ist der Biorhythmus wohl bei allen lebendigen menschlichen Lebensformen im Eimer. Hat man diese Leistungsfähigkeiten verglichen? Und wobei? Liegestützen machen? Gefechtsschiessen? Flugzeugträgerdeck wischen? Und wie hoch war denn der Frauenanteil?

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