Mess Barry fehlte die Unterstützung in der Fraktion

Leena Schmitter und Franziska Grossenbacher leiten neu die GB/JA-Stadtratsfraktion – mittlerweile eine reine Frauenfraktion.

Will nicht mehr im Grünen Bündnis politisieren: Mess Barry.

Will nicht mehr im Grünen Bündnis politisieren: Mess Barry.

(Bild: zvg)

Kurz nachdem bekannt wurde, dass ­Stéphanie Penher die Parteileitung des Grünen Bündnisses der Stadt Bern von Grossrätin Natalie Imboden übernehmen wird, gibt die 39-Jährige das Präsidium der GB/JA-Stadtratsfraktion per Ende Jahr ab. Ihre Nachfolgerinnen wiederum werden sich das Amt teilen: Es sind Franziska Grossenbacher und Leena Schmitter. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Grossenbacher, mit der sie künftig auf ökologische und soziale Themen setzen werde, sagt Schmitter. Die promovierte Historikerin und Geschlechterforscherin sitzt seit 2012 im Stadtrat. Grossenbacher, die bisherige Vize-Fraktionspräsidentin, ist seit Januar 2013 im Stadtrat.

Diese Woche wurde zudem bekannt, dass mit Mess Barry wegen «Unvereinbarkeiten mit der Parteipolitik» der einzige Mann aus dem GB und der Fraktion ausgetreten ist («Bund» vom 2.12.). Damit wird die GB/JA-Fraktion zur reinen Frauenfraktion. Für die Feministin Schmitter ist das kein Problem. «Es ist interessant, dass diese Frage nur dann eine Rolle spielt, wenn es um reine Frauenfraktionen geht. Bei männerlastigen Fraktionen fragt man kaum, wo die Frauenförderung bleibt», sagt sie. Das GB setze sich für die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, aber etwa auch für die Rechte von homo-, bi-, trans- und intersexuellen Menschen ein und werde nicht nur von Frauen gewählt.

«Fehlende Wertschätzung»

Zur Frage, warum Barry der Partei den Rücken gekehrt hat, hatte Penher angegeben, dass sich dieser insbesondere nicht mit dem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare identifizieren könne. Das GB befürwortet dieses dezidiert. Nun meldet sich auch noch Barry zu Wort. «Es ist richtig, dass ich mich nicht mit ­allen Zielen der Partei des Grünen Bündnisses identifizieren kann. Jedoch war ich zu keiner Zeit gegenüber anderen Ansichten verschlossen und empfinde es als stossend, von grundsätzlichen ­Unvereinbarkeiten meiner politischen Haltung mit der Partei zu sprechen», schreibt er. Schliesslich habe er sich nie vehement gegen das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare eingesetzt, sondern sich dazu lediglich kritisch geäussert. Ausschlaggebend für seinen Rücktritt seien jedoch nicht inhaltliche Differenzen gewesen, «sondern die fehlende Unterstützung und Wertschätzung meiner Parteikolleginnen». Barry, der künftig als Parteiloser im Stadtrat sitzen wird, hält zudem fest, dass er vor gut zwei Jahren ebenfalls als Parteiloser auf der Liste des Grünen Bündnisses kandidiert hatte. Die Partei bedauert, dass Barry «sein auf der Liste der GB ­errungenes Stadtratsmandat nicht der Partei zur Verfügung stellt.»

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt