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Kurz frottiert: Ein Cüpli wollen nur 40 Frauen

Seit Frauen abstimmen und wählen dürfen, sind sie ständig beschäftigt: Karriere machen, politische Ämter bekleiden und nebenbei noch Kinder erziehen.

Das wäre eine Erklärung dafür, dass sich nur 40 Frauen zum Apéro der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) angemeldet haben – ausgelegt war das Zuprosten zu Ehren des 40-Jahr-Jubiläums des Schweizer Frauenstimmrechts ursprünglich auf 200 Anstosswillige, gross angekündigt wurde es im auflagenstarken «Migros-Magazin». Heute Abend hätten im Berner Rathaus alle Frauen anstossen dürfen, die am 7. Februar 1971 geboren wurden – dem eigentlichen Jahrestag der politischen Gleichberechtigung. Laut Statistik sind das immerhin etwa 130 Geburtstagskinder. Zudem galt die Einladung für alle ihre Mütter, Töchter und Enkelinnen.

Die Daten-Diskrepanz von einem Monat leuchtet einerseits ein: An einem (runden) Geburtstag kommt niemand ins Rathaus. Allerdings könnte sie auch ein Grund für die spärlichen Anmeldungen sein: Immerhin behauptet Volkes Mund, es bringe Unglück, Geburtstag vorzufeiern. Bleibt eine dritte Möglichkeit: Als Neugeborene haben die heute 40-Jährigen nicht viel zum Erlangen der politischen Frauenrechte beigetragen – und wollen dieses jetzt auch nicht feiern. Die Gleichberechtigung sei allerdings noch lange nicht erreicht, sagte Egger dem «Migros-Magazin». Bleibt also zu hoffen, dass zum 50-jährigen Bestehen des Frauenstimmrechts mehr Frauen anstossen werden – die Chance besteht, denn schliesslich ist die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion langfristige Grossprojekte gewohnt.

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