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Kulturlokal «Der Hauptsitz» muss aus der Altstadt weichen

Die Räumlichkeiten an der Grabenpromenade sollen wieder so verwendet werden, wie es der Mietvertrag vorsieht: als Büros.

lsb
Bald Büros statt kulturelle Anlässe? Die Kulturinstitution «Hauptsitz» an der Grabenpromenade.
Bald Büros statt kulturelle Anlässe? Die Kulturinstitution «Hauptsitz» an der Grabenpromenade.
zvg

Immer am ersten Donnerstag des Monats lädt das Kulturlokal «Der Hauptsitz» an der Berner Grabenpromenade zum Kultur Blind Date – so auch nächste Woche. Der Anlass vom kommenden Donnerstag wird allerdings der letzte an dieser Stätte sein. « Der Hauptsitz» muss sein Büro in der Berner Altstadt nach gut zwei Jahren verlassen, wie die Betreiber am Donnerstag auf den sozialen Medien mitteilten. «Die Stadtverwaltung will uns nicht mehr im Raum haben», schreiben sie auf Facebook. Und auf Twitter steht, dass «Der Hauptsitz» «der Stille weichen müsse». Als Grund für den Wegzug nennt Sprecher This Mächler «ein hin und her mit dem Vertrag». Eigentlich laufe der Vertrag mit dem Hauptmieter – «Der Hauptsitz» ist Untermieter – noch bis 2016. Doch nun habe die Stadt als Eigentümerin der Liegenschaft diesen an die Auflage geknüpft, dass die Räume nur noch als Büros, nicht aber für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden dürfen.

Stadt verlangt ursprüngliche Nutzung

Dagmar Boss, Kommunikationsverantwortliche bei der städtischen Direktion für Finanzen, Personal und Informatik, kann dies bestätigen: Der Hauptmieter habe die Räumlichkeiten einst als «Geschäftslokal für Softwareentwicklung» gemietet. Dies sei eine Nutzung, welche für die Wohnungen in der Liegenschaft unproblematisch sei. Als der Hauptmieter bei der Stadt angefragt habe, ob er das Atelier an den Verein Hauptsitz vermieten könne, sei ihm dies zwar gestattet worden, allerdings nur mit einer Frist bis Ende 2014.

Laut This Mächler hatte «Der Hauptsitz» eine Vertängerung des Vertrags in Aussicht. An diesen knüpfte die Stadt allerdings gewisse Auflagen, wie Boss schreibt. Dies, weil es zwischenzeitlich seitens der Nachbarschaft aber auch seitens der Gewerbepolizei zu Beschwerden gekommen sei – Boss spricht von Lärm- und Rauchimmissionen. Diese Auflagen sind gemäss Boss nun aber nicht eingehalten worden. Die Stadt verlangt vom Hauptmieter nun, dass die Räume wieder so genutzt werden sollen, wie dies im Mietvertrag festgehalten ist. Passiert dies nicht, sei die Stadt gezwungen, das Mietverhältnis vorzeitig zu kündigen, so Boss.

Auf der Suche nach einem Lokal

Es sei richtig, dass sich in der Vergangenheit einmal eine Nachbarin über Lärmimmissionen beklagt habe, räumt Mächler ein. In der Folge seien aber alle Anwohnerinnen und Anwohner eingeladen worden und hätten ihre Kritik deponieren können. Seither habe es denn auch nie mehr Probleme gegeben.

Er bedaure es sehr, dass es soweit habe kommen müssen, sagt Mächler. «Wir waren gerade dabei, uns so richtig zu etablieren.» Derzeit werde nach einem neuen Lokal gesucht. «Wir haben noch nichts Konkretes in Aussicht.» Auf Facebook werden die Betreiber von Stefan Theiler, dem Videoapotheker Dr. Strangelove, dazu ermuntert, um ihr Lokal zu kämpfen. Sie schreiben aber, dass sie an einem Ort sein wollen, «an dem man uns gerne hat». In der Altstadt sei die Toleranz «einfach sehr klein». Und: «Wenn wir uns bei jeder kleinen Lärmüberschreitung mit Reklamationen und neuen Sanktionen auseinandersetzen müssen, ist das nicht schön.»

«Der Hauptsitz» wurde vor gut zwei Jahren gegründet. Dies mit dem Ziel, einen Raum für den sozialen und kulturellen Austausch zu schaffen. Während dieser Zeit wurden im Raum an der Grabenpromenade regelmässig Kulturveranstaltungen durchgeführt. So traten unter anderem Steff la Cheffe, Matto Kämpf, King Pepe oder Raphael Urweider auf. Letzterer ist Mitbegründer von «Der Hauptsitz». Auf ihrer Webseite bezeichnen die Betreiber das Lokal als Kombination aus Kulturort, Co-Working Space und Wohnzimmer oder als «Kita für Erwachsene». Der «Der Hauptsitz» wird durch Patenschaften finanziert.

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