Kryptische E-Mail statt Kita-Gutscheine

Ein Up-Date beim Login der städtischen Online-Portale führte zu einer E-Mail-Panne beim Berner Informatikdienst.

Die kryptische Mail sei im Rahmen einer Aktualisierung der Identitätsmanagement-Infrastruktur fälschlicherweise verschickt worden. (Symbolbild)

Die kryptische Mail sei im Rahmen einer Aktualisierung der Identitätsmanagement-Infrastruktur fälschlicherweise verschickt worden. (Symbolbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Am Donnerstagvormittag haben rund 2000 Bürger und Bürgerinnen eine kryptische Mail-Nachricht von der Stadt Bern erhalten. «Welcome to OpenIDM.» stand darin mit der Angabe des Benutzernamens. Was ist los, fragten sich viele der betroffenen Bürger und Bürgerinnen. Am Nachmittag folgte eine zweite Nachricht, die nicht viel klarer war. Sie wurde vom Informatikdienste der Stadt Bern mit dem Betreff «Unabsichtlicher Mailversand» verschickt. «In der Tat ist keine Aktivität von Ihnen erforderlich. Wir bitten Sie diese E-Mail zu ignorieren», stand darin. Die Mail sei im Rahmen einer Aktualisierung der Identitätsmanagement-Infrastruktur fälschlicherweise verschickt worden.

Zumindest bei Bürgerinnen und Bürgern, denen die zunehmende Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche und das Sammeln von immer mehr privaten Daten suspekt ist, schrillten die Alarmglocken. Was steckt hinter der Identitätsmanagement-Infrastruktur? Und warum richtet die Stadt Bern einen Account mit meinem Namen ein?

Des Rätsels Lösung sind die Berner Gutscheine für Kinderbetreuung. Wer solche will, muss sich seit März 2017 beim Online-Portal Ki-Tax der Stadt Bern registrieren. Am Donnerstag wurde das System, das das Login ermöglicht, aktualisiert, wie der Leiter des Informatikdienstes Luciano Bergamin auf Anfrage erklärt. Ein externer Spezialist habe bei der Konfiguration des Testsystems einen Fehler gemacht, der zum Versand der ersten E-Mail führte. Jede Änderung und jedes Up-date werde zuerst im Testsystem gemacht. Das erklärt, weshalb nicht alle bei bei städtischen Online-Portalen registrierten Personen die Nachrichten erhielten. Im Testsystem sei eine ältere Kopie der Daten aus Ki-Tax gespeichert gewesen.

Die Informatiker hatten Glück im Unglück. Die Nachricht ging nicht an Drittpersonen, sondern nur an die registrierten Personen selbst. Und die darin enthaltenen Daten waren nicht besonders brisant. «Trotzdem hätte das nicht passieren sollen», sagt Bergamin. Damit eine solche Panne nicht ein zweites Mal passiert und allenfalls sensible Daten wie zum Beispiel Passwörter davon betroffen sind, will Bergamin nun die Daten im Testsystem anonymisieren und für Testzwecke mehr falsche Profile erstellen.

Der Bericht wurde am 17. August leicht angepasst. (Der Bund)

Erstellt: 16.08.2018, 19:07 Uhr

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