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Kritik am geplanten Ersatzspital für Berner Frauenklinik

Privatspitäler glauben, dass das Inselspital Alternativen zu einem Neubau hätte.

Die Fassade der Frauenklinik wird saniert, deshalb will das Inselspitals einen Ersatzbau realisieren - doch die Privatspitäler wollen das nicht.
Die Fassade der Frauenklinik wird saniert, deshalb will das Inselspitals einen Ersatzbau realisieren - doch die Privatspitäler wollen das nicht.
Beat Schweizer

Die Fassade der Frauenklinik muss aufwendig saniert werden. Um das Angebot aufrechtzuerhalten, will das Inselspital neben der Klinik einen Ersatzbau realisieren. Wie die «Berner Zeitung» gestern berichtete, stossen diese Pläne auf Kritik. Sowohl Gesundheitsökonom Heinz Locher als auch leitende Personen der Privatspitäler verlangen, dass Alternativen zum teuren Ersatz geprüft werden. Auch eine Zusammenarbeit mit Privatspitälern sei möglich, sagen sie. Sie wollen verhindern, dass neue Infrastruktur geschaffen wird, während der Kanton gerade darauf hinarbeitet, Spitalkosten zu sparen. Solche Abklärungen hätten stattgefunden, sagten die Verantwortlichen des Inselspitals vor drei Wochen. Weder der Sonnenhof, die Hirslanden-Klinik noch das Lindenhofspital haben aber von ihnen gehört.

Die Insel führt ins Feld, dass man die etwa für die Frühgeborenenmedizin, die Neonatalogie, nötige Infrastruktur nicht ohne weiteres an einem anderen Spital wiederfinde, wie Inselsprecher Rolf Bürgin auf Anfrage sagt. Das hätten schon frühere Abklärungen unter Einbezug der Privatspitäler ergeben. «Es wird aber nicht mehr Betten geben», sagt Bürgin. Der Ersatzbau diene noch als Ausweichmöglichkeit und werde spätestens nach 10 Jahren abgerissen.

Gesundheitsökonom Locher fordert, das kantonale Spitalamt müsse bei der Beurteilung des neuen Inselbaus den Nachweis erbringen, dass das Angebot bedarfsgerecht sei. Ausserdem müsse es die künftige Spitallandschaft in Bern in seine Überlegungen einbeziehen. Thomas Spuhler, stellvertretender Leiter des Spitalamts, sieht bislang aber keinen Bedarf, einzuschreiten. «Wie sich das Inselspital organisiert, ist Sache des Inselspitals», sagt er. «Mit Investitionsvorhaben befassen wir uns erst, wenn uns ein Gesuch um finanzielle Beteiligung vorliegt.»

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