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Kompromiss in Sicht: BFH für Bern, «Lädere» für Burgdorf

Im Streit um die künftigen Standorte der Berner Fachhochschule (BFH) zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Die Fachhochschule in Burgdorf.
Die Fachhochschule in Burgdorf.
Valérie Chételat

Das Seilziehen um die Ausbildungsstandorte der Berner Fachhochschule könnte bald ein Ende haben. Die breit abgestützte Begleitgruppe stellt sich hinter eine Variante, die beiden Städten dienlich sein soll. Die Stadt Bern soll BFH-Standort bleiben und einen Campus im Weyermannshaus erstellen. Burgdorf soll zum Trost die «Lädere» erhalten.

Die vorberatende Begleitgruppe hält dies für die beste von drei geprüften Varianten, wie die bernische Erziehungsdirektion am Dienstag mitteilte. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Der Ball liegt nun beim Regierungsrat, und im kommenden Frühling kommt das Geschäft auch noch ins Kantonsparlament.

Die Berner Fachhochschule ist heute auf 26 Gebäude in den Städten Bern, Biel und Burgdorf verzettelt. Vor drei Jahren beschloss der Grosse Rat, in Biel einen neuen Campus zu bauen und die bisherigen Standorte der BFH von Burgdorf dorthin zu verlegen.

Bern und Burgdorf streiten sich seither darum, wer die übrigen Departemente erhält. Der Kanton stellte drei Varianten zur Diskussion: Je ein BFH-Standort in Burgdorf und Bern, ein BFH-Campus nur in Bern, oder ein BFH-Campus in Bern und zugleich ein Umzug der Technischen Fachschule Bern (TF Bern) nach Burgdorf.

Die Begleitgruppe favorisiert diese dritte Variante. Die ehemalige «Lädere» würde also neu am Standort Gsteig in Burgdorf angesiedelt. Zudem soll am Jlcoweg im Tiergarten ein «TecLab» entstehen. In dem Bildungszentrum sollen BFH und TF in den Bereichen Cleantech und in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zusammenarbeiten.

Die Stadt Bern ihrerseits soll am Standort Weyermannshaus einen neuen BFH-Campus bauen. Dort sollen die Departemente Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit (WGS) und die Hochschule der Künste zusammengeführt werden.

Zäch: Lösung mit Potenzial

Die Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch gehört ebenso zur Begleitgruppe wie ihr Berner Amtskollege Alexander Tschäppät. Zäch hält die nun favorisierte Variante für «eine Lösung mit viel Potenzial», wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

«Natürlich wollte Burgdorf eigentlich den WGS-Campus», räumte Zäch ein. Der nun vorliegende Kompromiss habe aber auch seine Vorteile. Die Tech-Tradition von Burgdorf werde gestärkt und mit dem innovativen TecLab ergänzt. Die Emmestadt bleibe ein wichtiger Bildungsstandort.

Tschäppät: Richtiger Entscheid

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät sprach von einem «bildungs- und regionalpolitisch richtigen Entscheid». Der Campus in Bern an einem uni- und zentrumsnahen Standort sei sinnvoll, zugleich trage man mit dem Umzug der «Lädere» nach Burgdorf den Anliegen der Emmestadt Rechnung. «Alles in allem ist das eine ausgewogene Lösung», sagte Tschäppät auf Anfrage.

Zur Begleitgruppe gehörten nebst Zäch noch sechs weitere Grossratsmitglieder. Vertreten waren auch der Gewerbeverband Berner KMU, der Handels- und Industrieverein (HIV), die Berner Fachhochschule und die Technische Fachschule Bern.

SDA/mer

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