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Kommentar: YB und SCB lassen die Muskeln spielen

Die Protagonisten von SCB und YB wissen, dass sie sich der Gewaltfrage nicht verschliessen können. Deshalb sind die Klubs bereit, jene Empfehlungen umzusetzen, die ihnen nicht zu stark weh tun.

YB und SCB gehen in der Bekämpfung von Auswüchsen rund um Sportveranstaltungen voran: Im Stade de Suisse und in der Postfinance-Arena sollen ein Alkoholverbot für noch nicht 18-Jährige eingeführt, die Videoüberwachung ausgebaut und die Sicherheitskontrollen verschärft werden. Ausserdem ist vorgesehen, dass speziell geschulte Sicherheitsleute die organisierten Fans an die Auswärtsspiele begleiten.

Auch wenn es die Beteiligten in Abrede stellen: Das gestern öffentlichkeitswirksam präsentierte und kommentierte Massnahmenpapier ist eine Reaktion auf das Vorpreschen der Kantone. Was die Konferenz der Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) letzte Woche an Vorschlägen zur Bekämpfung der Zuschauergewalt präsentierte, war zum Teil gar nicht nach dem Geschmack der SCB- und YB-Führungsetage. Die Aufhebung der Stehplätze, die Ausweispflicht beim Stadioneintritt für alle (Fancard) und die Kombitickets seien realitätsfremd und existenzbedrohend für seinen Klub, liess SCB-Geschäftsführer Marc Lüthi empört verlauten. Im Falle des Grossvereins SCB, der dank seinen Gastronomiebetrieben wirtschaftlich rentiert, mag das ein bisschen überzeichnet sein. Doch für kleinere Klubs wie beispielsweise die SCL Tigers, den EHC Biel, den FC Thun, den FC Aarau oder die AC Bellinzona, die allesamt in alten Stadien mit wenigen Sitzplätzen spielen, wäre ein Stehplatzverbot tatsächlich existenzbedrohend.

Die Protagonisten von SCB und YB wissen, dass sie sich der Gewaltfrage nicht verschliessen können. Zu oft ist es letzthin zu Ausschreitungen gekommen, die teure Polizeieinsätze erforderten. Deshalb sind die Klubs bereit, jene Empfehlungen umzusetzen, die ihnen nicht zu stark weh tun. Ob das reichen wird, um renitente Matchbesucher in die Schranken zu weisen, ist fraglich. Ruhiger werden dürfte es erst, wenn Radaubrüder und «Gewalttouristen», wie bereits in St. Gallen, sofort dem Schnellrichter vorgeführt werden können.

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