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Kommentar: Die Angst vor «Tanz dich frei»

Der angekündigte «heisse» Demo-Samstag blieb aus, trotzdem war die Innenstadt fest in der Hand der Polizei. Es stellt sich die Frage der Verhältnismässigkeit.

Die Demonstration gegen «Kuscheljustiz» als auch die geplante Gegenveranstaltung wurden zwar abgesagt, die Polizeipräsenz in der Stadt ist dennoch hoch.
Die Demonstration gegen «Kuscheljustiz» als auch die geplante Gegenveranstaltung wurden zwar abgesagt, die Polizeipräsenz in der Stadt ist dennoch hoch.
Thomas Reufer
Vor der Reitschule versammeln sich Menschen zum «ganz Fest gegen Rassismus».
Vor der Reitschule versammeln sich Menschen zum «ganz Fest gegen Rassismus».
bwg
Auch diese Strassenmusikanten liessen sich die Laune nicht verderben.
Auch diese Strassenmusikanten liessen sich die Laune nicht verderben.
Thomas Reufer
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Im Nachhinein ist man immer klüger. Kommt es bei Kundgebungen zu Krawallen wie bei der «Tanz dich frei»-Demonstration vom Mai letzten Jahres, heisst es rasch, die Polizei habe die Situation unterschätzt. Bleibt alles ruhig und ist die Polizei mit einem Grossaufgebot präsent, werden Vorwürfe des Übertreibens laut. Beim Aufmarsch von Polizisten aus der ganzen Schweiz in Berns Innenstadt am letzten Samstag stellen sich trotzdem Fragen der Verhältnismässigkeit.

«Ein solches ‹Tanz dich frei› wird es nie mehr geben», versicherte Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) letztes Jahr nach den Krawallen. Die Abriegelung von Bundesgasse und Bundeshaus am Samstag deuteten denn auch darauf hin, dass die Polizei offensichtlich mit einer Art Neuauflage von «Tanz dich frei» gerechnet haben muss.

Dabei gab es keine Massenmobilisierung und keine friedliche Menge, die Extremisten als «menschliches Schutzschild» hätte missbrauchen können. Nach der Absage der «Stopp Kuscheljustiz»-Demo und der Gegenveranstaltung gab es bloss unorganisierte Aufrufe vereinzelter Irrläufer.

Das Aufgebot vom Samstag wäre dazu geeignet gewesen, den «Tanz dich frei»-Umzug im letzten Frühjahr zu verhindern. Von einem solchen Grossanlass konnte letzten Samstag aber nicht die Rede sein.

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