Kommentar: Der Preis für Fanmärsche in Bern ist zu hoch

Kommentar

Eine Konfrontation zwischen den Fangruppen von FC Zürich und FC Basel konnte zwar verhindert werden. Aber der Preis, den Ladenbesitzer, Hauseigentümer und Steuerzahler bezahlen mussten, ist zu hoch.

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Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Aus Berner Sicht fällt die Bilanz des Cupfinals kritisch aus: Zwar konnte die Polizei eine Konfrontation zwischen den Fangruppen von FC Zürich und FC Basel verhindern und die Innenstadt wurde nicht zum Schlachtfeld. Aber der Preis, den Ladenbesitzer, Hauseigentümer und Steuerzahler bezahlen mussten, ist zu hoch.

Daran konnten auch die Abmachungen zwischen Stadt, Fussballverband und Clubs nichts ändern. Denn militante Fangruppen suchten die Konfrontation und haben sich weder an Marschrouten noch Besammlungsorte gehalten. So stoppten die FCZ-Fans auf dem Bärenplatz anstatt dem Münsterplatz und warteten dort auf das Eintreffen ihrer Kontrahenten. Zum ganz grossen Krawall ist es nur deshalb nicht gekommen, weil die Polizei die Züge mit den Fans aus Basel bei Schönbühl vorübergehend stoppen liess.

Wer trägt die Sicherheitskosten?

«Bern will Sportfeste. Aber Auswüchse wie am Montag wollen wir nicht mehr», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) vor Jahresfrist nach den damaligen Auseinandersetzungen vor dem Cupspiel zwischen dem FC Basel und dem Grasshopper Club Zürich. Die Frage ist bloss, was Tschäppät unter «Auswüchsen» versteht. Eingeschlagene Fensterscheiben, verschmierte Wände und ein geplünderter Souvenirladen können wohl kaum als zwangsläufige Begleiterscheinungen eines Sportfests bezeichnet werden.

Offen ist zudem die Frage, ob sich der Fussballverband nun an den Sicherheitskosten beteiligt, indem er auf die vereinbarten Rückstellungen in der Höhe von 200'000 Franken zurückgreift. Die Ansichten von Stadt und Verband gehen in diesem Punkt auseinander. Der Verband will vorerst bloss rechtlich abklären lassen, ob er für Sicherheitskosten ausserhalb der Stadions überhaupt zur Kasse gebeten werden kann.

Aus Berner Sicht gibt es daher nur ein Fazit: Falls der nächste Cupfinal wieder in Bern stattfinden sollte, darf die Anreise nicht mehr über den Hauptbahnhof erfolgen. Zudem müssen sich Fussballverband und Clubs an den Sicherheitskosten beteiligen.

Der Bund

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