Klettern, Skaten und Spielen im Berner Industriegebiet

Die Berner Boulderhalle zieht vom Rossfeld an den Zentweg. Im November eröffnen das Restaurant und der Indoorspielplatz.

In dieser Halle bauen Pascal (rechts) und Ramon Trachsel (links) mit Wolfgang Antz (Mitte) und einigen Freunden den Indoor-Spielplatz und die neue Boulderhalle.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

In dieser Halle bauen Pascal (rechts) und Ramon Trachsel (links) mit Wolfgang Antz (Mitte) und einigen Freunden den Indoor-Spielplatz und die neue Boulderhalle.

(Bild: zvg)

Naomi Jones

Der Zentweg ist kein lauschiges Strässchen. Nein. Es ist ein öder Ort, geprägt von Gewerbe und Industrie. Eine graue Halle steht neben der andern. Doch genau das war es, was die Brüder Pascal und Ramon Trachsel zusammen mit Wolfgang Antz suchten: Eine leere Halle für ihre Boulderanlage. «Am Zentweg haben wir eine gefunden, die passt», sagt Pascal Trachsel. Die Halle sei gross und relativ zentral. Sogar der Bus Nr. 44 hält am Zentweg.

Die ehemalige Stahlbauhalle, die zuletzt von der Postlogistik genutzt worden war, ist sogar fast ein wenig zu gross. «Wir mussten uns überlegen, wie wir sie füllen können», sagt Trachsel. Darum gibt es in der Halle viel mehr als nur die Boulderanlage. Im November sollen ein Restaurant und ein Indoorspielplatz mit Skateranlage öffnen. Im Februar wird die Boulderanlage fertig gebaut sein. Im Restaurant werden Konzerte stattfinden. Im Dezember ist ein Skater-Wettbewerb geplant.

Selbst gebaut

Gebaut wird von den Brüdern Trachsel, Antz und einigen Freunden selbst: Die Skater-Anlage, die Kletterwände, der Indoor-Spielplatz. Vor allem aus Holz, Stein und naturnahen Materialien. Ramon Trachsel ist gelernter Schlosser. Wolfgang Antz ist Bergführer. Und Pascal Trachsel hat als Käser gearbeitet, bevor er Unternehmer wurde. Trotz handwerklicher Begabung können sie nicht alles selbst bauen. «Wir brauchen eine Brandschutztüre und eine Lüftungsanlage.» Auch die Rutschbahn müssten sie kaufen, sagt Trachsel. Denn zu viele Vorschriften müssten eingehalten sein. Dafür starten die Unternehmer in den nächsten Tagen über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit.com eine Sammelaktion. Sie benötigen 60'000 Franken.

Auf die Idee des Indoor-Spielplatzes seien sie gekommen, weil viele Freunde mittlerweile kleine Kinder hätten und Indoor-Spielplätze in der Umgebung besuchten. Die Spielsachen dort seien aber oft aus Plastik. «Wir wollten etwas Schönes für die Kleinen machen», sagt Trachsel, der selbst keine Kinder hat.

Alte Anlage wird wiederverwendet

Die Boulderhalle am Zentweg wird nicht die erste von Bern sein. Denn die Brüder Trachsel und Wolfgang Antz haben bereits vor vier Jahren im Gymnastiktrakt der ehemaligen Pflegerschule im Rossfeld eine Boulderhalle eröffnet. Doch sei von Anfang an klar gewesen, dass es sich um eine Zwischennutzung handle. Der Vertrag sei immer befristet gewesen und jeweils nur um ein Jahr oder zwei verlängert worden. Deshalb hätten sie einen definitiven Ort gesucht. Der neue Mietvertrag läuft zehn Jahre. Noch ist die alte Halle offen. Doch ab November werde die Anlage nach und nach abgebaut und am Zentweg wieder aufgebaut.

DerBund.ch/Newsnet

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